Trauer um Bundespräsident Klestil: USA übermitteln "tiefe Betroffenheit"
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Trauer und Betroffenheit löste der Tod von Bundespräsident Thomas Klestil aus. Nachfolger Heinz Fischer drückte Klestils Familie "ganz tief empfundene Anteilnahme und Bewunderung für ihre Tapferkeit aus."
Nach dem Tod des österreichischen Bundespräsidenten Thomas Klestil haben die USA in einer ersten Reaktion Österreich kondoliert. Die für Europa zuständige Staatssekretärin im State Department, Elizabeth Jones, erklärte gegenüber der österreichischen Botschaft in Washington am Dienstag abend (Ortszeit) die "tiefe Betroffenheit" über das Ableben des österreichischen Staatsoberhaupts. Dies teilte die österreichische Botschafterin in den USA, Eva Nowotny, der APA mit. Eine offizielle Reaktion seitens der US-Regierung wird vermutlich am Mittwoch abgegeben.
Klestil hat einen Teil seines Berufslebens in verschiedensten diplomatischen Positionen in den Vereinigten Staaten von Amerika verbracht. Nach seiner ersten Auslands-Tätigkeit in der österreichischen Delegation bei der OECD in Paris wurde er 1962 nach Washington versetzt, wo er bis 1966 die Wirtschaftsverbindungsstelle an der österreichischen Botschaft leitete.
Nach drei Jahren im Kabinett des damaligen Bundeskanzlers Josef Klaus diente Klestil von 1969 bis 1974 als österreichischer Generalkonsul in Los Angeles. Wieder zurück in Wien leitete er im Außenministerium die Abteilung für Internationale Konferenzen und Organisationen in Österreich. 1978 übernahm Klestil in New York die Leitung der Ständigen Vertretung Österreichs bei den Vereinten Nationen. Von dort wechselte er 1982 als Botschafter nach Washington, wo er im Zuge der Auseinandersetzungen um die Präsidentschaftskandidatur von Kurt Waldheim die Position Österreichs vertrat. 1987 führte ihn sein nächster Karrieresprung wieder nach Wien, wo er Generalsekretär und damit ranghöchster Beamter im Außenministerium wurde.
Nach seiner Wahl zum österreichischen Bundespräsidenten 1992 versuchte Klestil mit seinen Auslandsreisen Österreich aus der teilweisen internationalen Isolation während der vorhergegangenen Amtsperiode von Kurt Waldheim hinauszuführen. 1995 besuchte er auf Einladung von US-Präsident Bill Clinton Washington, wo er im Weißen Haus mit Clinton unter anderem den Konflikt in Bosnien-Herzegowina erörterte. Im Holocaust-Museum in Washington legte Klestil in der "Halle des Gedenkens" einen Kranz für die Opfer des Holocaust nieder.
Im April 2002 war der ehemalige US-Präsident George H.W. Bush bei einem Privatbesuch in Wien von Klestil empfangen worden. Die angekündigte Reise des Bundespräsidenten nach Washington zur Trauerfeier für US-Präsident Ronald Reagan im Juni dieses Jahres wurde wieder abgesagt.
(apa/red)
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