Klestils Ärzte Dienstag Abend: "Nähern uns mit der ärztlichen Kunst den Grenzen"
- "Eingeschränkte Funktion vieler verschiedener Organe"
- "Nähern uns mit der ärztlichen Kunst den Grenzen"
·Bulletin zu Klestils Zustand im Wortlaut
Nachlesen: So ernst steht es um den Präsidenten!
·DIE BILDER aus dem Krankenhaus!
Klestil lag zwei Tage auf der Intensivstation im AKH
·Ärzte kämpfen um Klestils Leben
Patient wurde stabilisiert, Zustand aber dramatisch!
·Alfred Worm zum Zustand von Klestil
NEWS-Herausgeber hat nur wenig Hoffnung
·Prof. Zielinski am Montag in der ZiB2
Klestil durch Vielzahl von Krankheiten angeschlagen
Der Leiter des Ärzteteams von Bundespräsident Klestil, Christoph Zielinski, informierte am Dienstag gegen 12.30 Uhr die Öffentlichkeit über die neueste Entwicklung betreffend des Gesundheitszustands unseres Staatsobehauptes. An schlechten Zustand des Präsidenten hat sich wenig verändert, die Ärzte sind "in größter Sorge.", dass der Präsident "auf niedrigstem Niveau stabililisiert" worden sei, gebe nicht allzu viel Hoffnung.
Der ärztliche Leiter des AKH, Reinhard Krepler, sah die Überlebenschancen Dienstag am frühen Abend weiter schwinden. "Wir müssen damit rechnen, dass wir uns mit der ärztlichen Kunst den Grenzen des Möglichen nähern."
Dienstagmittag trat der Leiter des Ärzteteams, Dr. Christoph Zielinski, vor die Journalisten. Lesen Sie das Interview mit Dr. Zielinski von Dienstag 12.30 Uhr HIER IM WORTLAUT:
"Es hat sich seit eineinhalb Stunden nichts verändert, wir haben eine nach wie vor sehr kritische Situation und wir wünschen natürlich dem Herrn Bundespräsidenten und seiner Familie gerade in dieser Stunde alles Gute. Ich glaube, es ist eine nach wie vor komplexe Lage, die uns allen größte Sorgen macht.
Wie haben eine nach wie vor eingeschränkte Funktion vieler verschiedner Organe. Es ist jetzt eine vorübergehende Stabilisierung eingetreten, nachdem wir am Vormittag eine deutliche Verschlechterung gehabt haben, wobei weder das eine, noch das andere soviel auszusagen hat. Dass wir in irgendeiner Art und Weise eine Prognose stellen könnten. Wenn Sie das persönliche Wohlbefinden der behandelnden Ärzte wissen wollen, ist es so, dass wir mit größter Sorge erfüllt sind und mit größter Sorge die Entwicklung beobachten.
Es ist so, dass wir nach wie vor die Situation auf einem niedrigen Niveau stabilisieren konnten und sind damit relativ zufrieden, allerdings muss man das immer mit größter Sorge sehen, denn diese Stabilisierung ist nur dann möglich, wenn die Organsysteme letztlich mitspielen und es heißt eben deswegen Multiorganversagen, weil viele verschieden Organsysteme, die alle für das Überleben notwenig sind in einer solchen Situation beeinträchtigt werden und angesichts einer solchen Lage natürlich nur die Unterstützung von Organsystemen möglich ist, aber nicht die Rettung eines einzigen Organsystems, denn es sind viele verschieden Funktionen, die einer Unterstützung bedürfen und hier haben wir eine gewissen Stabilisierung erreicht, aber wiederum muss man sagen, dass die Hoffung eine sehr eingeschränkte und sehr zurückgenomme ist.
Selbstverständlich ist es so, dass in dem Moment, wo ein Multiorganversagen ist, man sich größte Sorgen macht über den weiteren Verlauf, ich hab immer so meine Schwierigkeiten mit Prognosen in der Medizin, aber es ist natürlich angesichts des Schwierigkeitsgrades so, dass wir die Entwicklungen nicht wirklich abschätzen können. Das heißt also, es sind Vorhersagen in der Biologie einfach unmöglich, man kann nur sagen, es ist die Situation eine schwierige und eine sehr besorgniserregende.
Ich kann nur sagen, dass ich mit größtem Respekt von der Familie sprechen kann, die in diesen Stunden, eigentlich rund um die Uhr, am Bett des schwerst erkrankten Bundespräsidenten ist, und mit größter sorge getragen, das Schicksal von ihm verfolgt."
"Nur ein geringer Prozentsatz überlebt ein Multiorganversagen"
Zielinski erklärte gegen 13.30 Uhr weiter, dass die Situation des Bundespräsidenten in keiner Weise Prozentaussagen zu dessen Chancen zulassen würden, auch wenn nur ein geringer Prozentsatz ein Multiorganversagen überlebt. "Der Mensch ist leider kein mathematisches, sondern ein biologisches Modell - und dieses hängt von vielen Faktoren ab", so der Mediziner. Leider habe der Bundespräsident keine besonders leichten Startvorgaben.
Man habe am Dienstag den Versuch unternommen, Hirnströme abzulesen. Letztlich mache dies aber nur nach einer Extubierung, also dem Abschalten der künstlichen Beatmung, Sinn. Erst dann könne man diese Hirnströme entsprechend kommentieren.
Klestil wird die ganze Zeit behandelt. Laut Zielinski werden entsprechende "Interventionen" gesetzt, Medikamente verabreicht und Messungen, etwa Blutdruck, Sauerstoffsättigung des Blutes, EKG durchgeführt. Die Computertomographie habe man u.a. abgesagt, um den Präsidenten nicht von dieser Überwachung und der Medikamentengabe abschließen zu müssen. Aktuell kümmern sich sechs Ärzte kümmern um den Präsidenten.
(APA)
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