Dienstag, 6. Juli 2004

Messe für Klestil im Stephansdom: Schönborn lud zu Besinnung und Gebet

  • Schlichter Bittgottesdienst für den Bundespräsidenten
  • Schönborn spendete schon Montag Krankensalbung

Dienstagaben hielt Kardinal Christoph Schönborn einen Bittgottesdienst für Bundespräsident Thomas Klestil. Der Wiener Erzbischof betonte in seiner Predigt, es sei wichtig, Klestil auf "jenem letzten Wegstück" zu begleiten, das aus dieser Welt in die Ewigkeit führe. Neben Bundeskanzler Schüssel nahmen auch Klestils Nachfolger Heinz Fischer, sein Vorgänger Kurt Waldheim und hunderte Menschen teil.

Schönborn sprach von einem "schlichten Gebetsgottesdienst". Es gehe darum, eine Messe in einer Stunde zu feiern, in der der Bundespräsident "an der Schwelle des irdischen Lebens" stehe. Krankheit und Tod würden die Menschen immer vor die letzten Fragen stellen. Deswegen lade er zum Gebet und zur Besinnung ein. "Nach menschlichem Ermessen müssen wir sagen, der Herr Bundespräsident liegt im Sterben." In der Todesgefahr dürften und sollten die Menschen immer die gefährdete Person der Barmherzigkeit Gottes anvertrauen. Schönborn verwies auf die Sterbesakramente, die letzte Krankensalbung zur Vergebung der Sünden.

Der Kardinal würdigte das Wirken Klestils auch für Europa. Die Wallfahrt der Völker sei eine Zeichen für ein Europa der Solidarität gewesen und Klestil habe dieses Zeichen vom ersten Moment an mitgetragen.

Die Messfeier wurde musikalisch von der Gardemusik umrahmt. Von der engsten Familienangehörigen des Bundespräsidenten war zu der Messfeier niemand zu sehen, sie weilten am Krankenbett des Präsidenten.

Neben Schüssel saßen in der ersten Reihe der designierte Bundespräsident Fischer mit seiner Frau Margit sowie Alt-Präsident Kurt Waldheim mit seiner Frau Hermine. Von den Regierungsmitgliedern waren neben Schüssel Vizekanzler Hubert Gorbach (F), Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V), Wirtschaftminister Martin Bartenstein (V), Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V), Verteidigungsminister Günther Platter (V), Sozialminister Herbert Haupt (F), die neue Justizministerin Karin Miklautsch (F) zu sehen, ferner Nationalratspräsident Andreas Khol (V), Verfassungsgerichtshofs-Präsident Karl Korinek und der neue Rechnungshofpräsident Josef Moser (F).

6.7.2004 10:51