Das Bulletin des AKH zu Klestils Gesundheitszustand im Wortlaut
- Dienstag Vormittag herausgegeben
·Prof. Zielinski am Montag in der ZiB2
Klestil durch Vielzahl von Krankheiten angeschlagen
·Ärzte kämpfen um Klestils Leben
Patient wurde stabilisiert, Zustand aber dramatisch!
·Alfred Worm zum Zustand von Klestil
NEWS-Herausgeber hat nur wenig Hoffnung
Das Wiener Allgemeine Krankenhaus (AKH) hat Dienstag Vormittag ein Bulletin zum Gesundheitszustand von Bundespräsident Thomas Klestil veröffentlicht. Hier das Bulletin im Wortlaut:
"Medizinisches Bulletin"
Bundespräsident Dkfm. Dr. Thomas KLESTIL
Der Zustand des Herrn Bundespräsidenten Dkfm. Dr. Thomas KLESTIL muss nach dem gestrigen Herzstillstand weiterhin als nicht stabil und ausgesprochen kritisch beurteilt werden. Der Patient ist im künstlichen Tiefschlaf auf der Intensivstation und wird vom Ärzteteam der Univ. Klinik für Innere Medizin I, die von Herrn Univ. Prof. Dr. Christoph ZIELINSKI geleitet wird, und dem Leiter der Intensivstation, Herrn Univ. Prof. Dr. Gottfried LOCKER, betreut. Die Überwachung des Patienten wird in schonendster Weise mit Elektroden und mit regelmäßigen Blutentnahmen für chemische Untersuchungen durchgeführt. Diese Untersuchungen ergaben eine zunehmende Verschlechterung der Funktion wichtiger Organe, wie Herz, Lunge, Leber und Niere. Dies ist als Anzeichen des Multiorganversagens zu sehen.
Der Direktor der Teilunternehmung und Ärztliche Direktor
Univ. Prof. Dr. Reinhard KREPLER
Vorstand der Univ. Klinik für Innere Medizin I
Univ. Prof. Dr. Christoph ZIELINSKI
Zielinski: Dramatischer kann die Situation nicht sein
Kurz nach Veröffentlichung des Bulletins betonte Christoph Zielinski, Leiter des Ärzteteams im AKH, das seit dem gestrigen Herzstillstand Klestils um dessen Leben kämpft, gegenüber der APA: "Dramatischer kann die Situation nicht sein." Und: "Ich glaube, dass sich sein Schicksal innerhalb des Tages entscheiden wird." Im ORF-Fernsehen fügte Zielinski hinzu: "Die Überlebenschancen schwinden."
Laut dem der APA übermittelten Bulletin haben die zuletzt durchgeführten Untersuchungen "eine zunehmende Verschlechterung der Funktion wichtiger Organe, wie Herz, Lunge, Leber, Niere" ergeben. Das sei "als Anzeichen des Multiorganversagens zu sehen". Zielinski präzisiert: "Das ist wir bei einem umfallenden Dominostein. Bei einem alten Menschen, der seit Jahren so schwer krank ist, reicht eine Verschlechterung bei einem einzigen Organ, dass alles versagt."
Krepler rechnet mit Multiorganversagen
Ein sehr Besorgnis erregendes Bild vom Gesundheitszustand von Thomas Klestil zeichnet AKH-Leiter Reinhard Krepler. Auf Basis der gegenwärtigen medizinischen Daten müsse man mit einem Multiorganversagen rechnen, sagte Krepler am Dienstag Vormittag vor Journalisten. Den Zustand Klestils bezeichnete er als "sehr instabil und sehr Besorgnis erregend".
Gestern Abend sei es erstmals zu einem kurzzeitigen Versagen von Herz und Lunge gekommen, schilderte Krepler. Dadurch komme es in weiterer Folge nun zu einer Unterversorgung der wichtigen Organe Lunge, Leber, Nieren, Herz und dem Zentralnervensystem mit Sauerstoff und Nährstoffen. Auch auf den Abtransport von Schadstoffen im Körper Klestils gebe es Auswirkungen. Entgegen ersten Hoffnungen zeichne sich nun ein Multiorganversagen ab, sagte Krepler.
Zurückgewiesen wurde von ihm Kritik an der Informationspolitik des AKH. Diese sei seit langem mit Thomas Klestil abgestimmt. Der Bundespräsident habe sich immer für eine "umfassende Information der Öffentlichkeit" ausgesprochen, wie es auch seinem Amtsverständnis entspreche.
(red, APA)
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