Samstag, 10. Juli 2004

Steigende Tendenz bei Straftaten in Österreich: 8,7 Prozent mehr Delikte

  • Aufklärungsrate blieb im Vergleich zu 2003 stabil
  • Strasser: "Vor allem importierte Ost-Kriminalität"

Im ersten Halbjahr 2004 wurden österreichweit 319.253 Straftaten angezeigt, das ist ein Plus von 8,7 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (293.635 Delikte). Dabei handelt es sich vor allem um "importierte Ost-Kriminalität", berichtete das Innenministerium am Samstag. Die Aufklärungsquote ist gegenüber dem Jahr 2003 nahezu gleich geblieben (minus 0,17 Prozent).

Besonders wichtig sei, dass in Wien die Quote um 2,35 Prozent gesteigert werden konnte, hieß es in einer Aussendung. Für Innenminister Strasser ist das ein Beweis dafür, dass die Polizeireform in Wien "erfolgreich und richtig" ist. Der Weg der Neustrukturierung der Exekutive müsse daher im Zuge des Projektes Team04 konsequent weiterverfolgt werden.

Im gesamten Bundesgebiet wurden von Jänner bis Juni 9.166 Fälle mehr von der Exekutive geklärt (plus 8,2 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2003). In Wien sind im ersten Halbjahr die strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben um 4,8, gegen die Freiheit um 8,2, gegen fremdes Vermögen um 7,9 und gegen die Sittlichkeit um 25 Prozent gestiegen. Bei den strafbaren Handlungen gegen den Geldverkehr wird ein Plus von 221,9 Prozent gemeldet (erstes Halbjahr 2003: 900 Fälle; 2004: 2.897). Insgesamt ist die Kriminalitätsrate um 9,0 Prozent gestiegen. 33.123 Delikte konnten in der Bundeshauptstadt geklärt werden, das sind um 19,6 Prozent mehr als von Jänner bis Juni 2003 (27.703).

In den vergangenen Monaten wurden vom Innenministerium "einige neue Maßnahmen zur verstärkten Bekämpfung der Kriminalität ausgearbeitet", hieß es. Seit 1. Juli läuft ein zweimonatiger Probebetrieb zur Unterstützung regionaler Einsatzkräfte bei der Bekämpfung von "Massendelikten" (Suchtmittel-, Eigentums- und Gewaltkriminalität etc.).

(apa)

10.7.2004 17:05