Freitag, 9. Juli 2004

Verwechslung im LKH Graz: Türkische Frau im 6. Monat entbunden!

  • Schwangere Türkin konnte kein Deutsch und meldete sich versehentlich auf Aufruf in Aufnahme des Spitals

Im Landeskrankenhaus (LKH) Graz ist es, wie erst jetzt bekannt wurde, am 26. Juni zu einer Verwechslung zweier schwangerer Frauen gekommen. Eine von ihnen wurde in der 28. Schwangerschaftswoche entbunden. Der Grund dafür war, dass die seit kurzem in Österreich lebende Türkin kein Deutsch sprach und sich beim Aufruf durch den Arzt in der Aufnahme des LKH auf den Namen einer in der 40. Schwangerschaftswoche befindlichen anderen Türkin meldete. Daraufhin kam es zur Verwechslung der Krankenakten und damit zur Einleitung der Geburt.

Nach der Einleitung der Geburt und dem Abgang des Fruchtwassers kamen Verwandte der auf der Station zurückgebliebenen Türkin hinzu, wodurch die Verwechslung schließlich bemerkt wurde. Man beriet sich mit der Familie der Frau, bei der die Schwangerschaft bereits eingeleitet wurde und entschied sich dafür, das Baby mittels Kaiserschnitt auf die Welt zu bringen. Folgeschäden werden von den zuständigen Ärzten nicht erwartet, "doch ist das in diesem Stadium der Entwicklung nur mit begrenzter Sicherheit zu sagen", so der ärztliche Direktor des LKH, Günther Bergmann, am Freitag zur APA.

Bereits eingeschaltet hat sich die steirische Patientenombudsfrau Renate Skledar, wie die steirische Ausgabe der "Kronen Zeitung" am Freitag berichtete. Dem Vernehmen nach soll es auch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Graz geben.
(apa, red)

9.7.2004 15:11