Österreich als Umweltsünder entlarvt: Mehr statt weniger Schadstoffe in der Luft
- Kontrollbericht: Kyoto-Klimaziel immer weiter entfernt
- CO2-Ausstoß nahm von 1990 bis 2002 um 14,4% zu
Österreich hinkt punkto Umwelt hinten nach und entfernt sich immer weiter vom Kyoto-Klimaziel! Laut dem jetzt vorliegenden 7. Kontrollbericht des Umweltbundesamtes (UBA) sind die CO2-Emissionen von 1990 bis 2002 um 14,4% gestiegen. Auch der Ausstoß von Stickstoffoxiden (NOx) sei "deutlich angestiegen".
Das besagt die Analyse des Umweltbundesamtes. Gemäß dem Kyoto-Ziel hat sich Österreich dazu verpflichtet, die Treibhausgasemissionen verglichen mit dem Stand von 1990 um 13 Prozent zu senken, darunter fällt auch der CO2-Ausstoß. Rechnet man die nunmehrige Steigerung des CO2-Ausstoßes hinzu, fehlen über 27 Prozentpunkte zum Ziel, das bis 2008-2012 erreicht werden soll.
Verfahren der EU
Die EU-Kommission hat Österreich und acht weiteren Ländern (darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien) deswegen einen Mahnbericht zugestellt. Diese Länder haben es verabsäumt, Brüssel wie vorgeschrieben bis Ende vergangenen Jahres die entsprechenden Pläne mitzuteilen. Kommen die betroffenen Ländern der Aufforderung weiter nicht nach, kann die EU-Kommission eine "mit Gründen versehene Stellungnahme" übermitteln und letztlich den Europäischen Gerichtshof (EuGH) anrufen.
Auch bei den Stickoxiden klaffen Soll- und Ist-Zustand derzeit noch weit auseinander: Laut UBA wird die Erreichung der EU-Richtlinie für nationale Emissionsgrenzen (NEC-Richtlinie) "immer unwahrscheinlicher". Nach Jahren der erfolgreichen Reduktion - von 1985 bis 1990 sank der Ausstoß etwa um 14 Prozent, dann bis 1998 immerhin noch um zwei Prozent - sind die Stickoxidemissionen seit 1999 wieder im Steigen begriffen. Im Jahr 2001 wurden in Österreich rund 199.000 Tonnen NOx ausgestoßen. Laut der NEC-Richtlinie darf der Stickoxid-Ausstoß aber bis spätestens 2010 jährlich 103.000 Tonnen nicht mehr überschreiten.
Die Stickstoffoxide umfassen Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2). Vor allem Letzteres stelle durch seine Schädigung der Lungenfunktion ein großes Problem dar, so das Umweltbundesamt. Zudem seien die NOx eine bedeutende Gruppe bei den Ozonvorläufersubstanzen und würden tragen zur Versauerung und Überdüngung von Böden und Gewässern beitragen.
Auch hinsichtlich der Ozonwerte fällt das Urteil des Umweltbundesamtes negativ aus: "Die Belastung durch bodennahes Ozon ist nach wie vor hoch, Überschreitungen einschlägiger Schwellen- und Zielwerte des Ozongesetzes treten verbreitet auf", heißt es in der Analyse. Überschreitungen der Ozon-Vorwarnstufe traten in den Jahren 2000 bis 2002 jeweils an einigen Tagen vor allem im Nordosten Österreichs auf. Im Jahr 2000 wurde der Grenzwert der Vorwarnstufe an sechs Tagen, 2001 an zwei Tagen, 2002 an einem Tag überschritten.
Positiv vermerkt wurde unter anderem die Abnahme von Kohlenmonoxid (CO), das weiter reduziert werden konnte, und zwar seit 1990 um 31 Prozent (um 378.000 Tonnen im Jahr 2001). Auch hätten die Emissionen von Schwefeldioxid -u.a. verantwortlich für den "Sauren Regen" - auf 36.000 Tonnen im Jahr 2002 weiter abgenommen.
Verantwortlich für die schlechten Luftwerte ist vor allem der Verkehr: Laut UBA präsentiert er sich "als jene Verursachergruppe, die der Erreichung wichtiger umweltpolitischer Ziele - wie dem Kyotoprotokoll und dem nationalen Emissionshöchstmengengesetz - am deutlichsten entgegenwirkt."
(apa/red)
Wetter in Österreich08:07
Es trübt sich einWoche nach Pfingsten unbeständig. Sonne, Regen und Gewitter - alles ist möglich.
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
