Dienstag, 6. Juli 2004

Nach anfänglicher Kritik an Schüssel: FPÖ ist jetzt offen für Wehrdienst-Verkürzung!

  • Schweitzer: Verkürzung ist eine Überlegung wert
  • Strasser: Auch Zivildienst soll nicht mehr so lang dauern

Nach erstem Ärger über das Vorpreschen von Bundeskanzler Schüssel kann sich offenbar nun auch die FPÖ mit einer Verkürzung des Wehrdienstes auf sechs Monate anfreunden. Obfrau Haubner meinte, im Grunde sei alles geklärt. Man werde diese Sache in den nächsten Monaten akkordieren und "am Ende muss oder kann eine Verkürzung stehen".

Auch Sportstaatssekretär Schweitzer sagte, eine Verkürzung der Präsenzdienstzeit sei "durchaus eine Überlegung wert". Verteidigungsminister Platter kündigte an, die allfällige Verkürzung von seinen Experten prüfen zu lassen. Grundsätzlich befürwortete er weiterhin das Projekt. Schließlich habe die Bundesheerreformkommission schon einen entsprechenden Vorschlag gemacht. In Sachen Zivildienst wollte sich Platter nicht äußern.

Dies tat dafür kurz danach der zuständige Innenminister Strasser. Er wollte zwar den Ergebnissen der angekündigten Zivildienstreform nicht vorgreifen, meinte aber, eine adäquate Verkürzung wäre sehr angebracht. Um wie viele Monate der Zivildienst künftig kürzer sein soll, wollte Strasser nicht sagen. Wenn es entsprechende Vorgaben des Ministers gäbe, wäre die Kommission sinnlos.

Grundsätzlich positiv äußerte sich der Minister zu einem freiwilligen Sozialjahr. Dies könnte auch Frauen zugänglich gemacht werden und als Berufsausbildung angerechnet werden. An eine verpflichtende Regelung denkt Strasser in diesem Fall nicht. (apa/red)

6.7.2004 12:54