Montag, 28. Juni 2004

Autoreisen werden teurer: Italien erhöht ab 1. Juli die Autobahnmaut um 2 Prozent

  • Asfinag auch für Verteuerung des Autobahnpickerls
  • Bei Roadpricing-Einnahmen fehlen 30 Millionen Euro

ÖAMTC-Touristikexpertin Tanja Gems warnt: Urlaub mit dem Auto wird künftig teurer. Für Reisen nach Italien muss ab 1. Juli tiefer ins Geldbörsel gegriffen werden. Die italienische Autobahngesellschaft Societa Autostrade hebt die Mautgebühren auf ihren Strecken um durchschnittlich 2,26 Prozent an. Auch in Österreich drängt die Asfinag auf einen Erhöhung der Autobahn-Vignette, wie "Der Standard" berichtet.

Obwohl die staatliche Autobahnfinanzierungsgesellschaft Asfinag für heuer nur 571 Millionen Euro an Einnahmen aus der kilometerabhängigen Lkw-Maut budgetiert hat, will sie die versprochenen 600 Millionen Euro einfahren. "Ich behaupte, wir werden die 600 erreichen", sagte Asfinag-Chef Walter Hecke der Tageszeitung "Der Standard". "Das ist relativ sicher", fügte er hinzu.

Bei Roadpricing-Einnahmen fehlen 30 Millionen
Die Differenz - vor dem Start des elektronischen Roadpricings im Jänner war stets von 600 Mio. Euro die Rede gewesen - erklärte Hecke mit dem schlechten Wetter im Jänner, das die Einnahmen gedrückt habe. Die 571 Millionen seien lediglich eine vorsichtige interne Schätzung, um auf der sicheren Seite zu sein.

Da der Einnahmenstand Ende Juni 356 Mio. Euro betrage, seien die 30 Mio. bereits teilweise eingeholt. Zudem sei das letzte Quartal auf Grund des Weihnachtsgeschäfts erfahrungsgemäß das stärkste, versicherte Hecke im "Standard"-Gespräch. Seinen Optimismus bezieht der Asfinag-Chef aus den bereits 380.000 verkauften Lesegeräten ("Go-Box"), die exakt der Planung entsprächen.

Pkw-Vignette soll erhöht werden
Nicht zufrieden ist Hecke dagegen mit der Pkw-Vignette, weil deren Preis seit drei Jahren nicht einmal um die Inflationsrate erhöht wurde. "Außerdem haben wir rund hundert Kilometer mehr Autobahn. Aber der Tarif ist immer noch derselbe." Dieses Geld fehle bei Betrieb und Neubau. Hecke wünscht sich deshalb einen Regulator, der die Kostenkalkulationen der Asfinag jährlich überprüft und die notwendigen Anpassungen genehmigt. Schließlich sei die Asfinag per Gesetz verpflichtet, die Kostenbalance aufrechtzuerhalten.

Inzwischen steige der finanzielle Druck, neue Geldquellen zu erschließen kontinuierlich: Der Schuldenberg der Asfinag werde - bedingt durch die im Generalverkehrsplan vorgesehene Straßenbauoffensive - bis 2012 von derzeit 8,3 auf zwölf Milliarden Euro anwachsen, berichtete "Der Standard".
(apa/red)

28.6.2004 11:05