Die Tour de France 2004: Eine Entdeckungsreise durch Frankreich
- Vom mittelalterlichen Liège ins mondäne Paris
- PLUS: Ein kulinarischer Streifzug durch Frankreich
·Die Tour de France für Feinschmecker
Ein kulinarischer Streifzug durch Frankreich & Belgien
Die "Tour de France" ist wieder dominierendes Thema in den Sportnachrichten. Das bei weitem berühmteste Radrennen der Welt ist eines der wichtigsten sportlichen Großereignisse überhaupt. Seit 1903 wird die Tour alljährlich - mit Ausnahme der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs - während dreier Wochen im Juli ausgetragen und führt dabei in wechselnder Streckenführung quer durch Frankreich und das nahe Ausland. Doch auch für Urlauber ist die Strecke der Tour de France eine Reise wert: Die Tour führt quer durch das Land- vorbei an romantischen Dörfern, berühmten Bauwerken und toller Natur.
Am Beginn der 91. Tour de France steht der 6 km lange Prolog in Lüttich. Die Tour endet nach 20 Etappen, zwei Ruhetagen und insgesamt 3391 Kilometern am 25. Juli auf den Champs-Elysees in Paris. Die Tour führt in diesem Jahr gegen den Uhrzeigersinn durch ganz Frankreich. Zuvor jedoch befahren die Radprofis drei Etappen lang südbelgischen Boden. Nach dem kurzen Abstecher durch Wallonien geht es dann über das Loire-Tal und die Bretagne ins Massif Central. Von dort aus wird die steile und strapaziöse Strecke über die Pyrenäen und Südfrankreich sowie die Alpen bis Paris in Angriff genommen. Die Gesamtwertung der Tour entscheidet sich in jedem Jahr neben den Zeitfahren vor allem im Hochgebirge. Einige Berge und Pässe stehen sehr häufig im Programm der Tour und haben im Laufe der Jahre einen geradezu mythischen Ruf erworben.
Die drei heiligen Berge
Die drei "heiligen Berge" der Tour de France sind der Col du Tourmalet (2114 m, Pyrenäen), der im Jahre 1910 als erster Hochgebirgspass erklommen wurde, der Col du Galibier (2645 m, Alpen), der ein Jahr später ins Programm aufgenommen wurde und der Mont Ventoux (1909 m, Provence), dessen einsam aufragender, kahler Vulkankegel erstmals 1951 befahren wurde und durch den Tod von Tom Simpson zu trauriger Berühmtheit gelangt ist.
Dazu kommt noch der inzwischen legendäre Anstieg zur alpinen Skistation L'Alpe d'Huez, deren legendäre 21 Kehren hinauf auf 1850 Meter zum ersten Mal 1952 bewältigt wurden.
Savoyen- ein Paradies für Touristen
Für die Schönheit der Natur haben die Radprofis wenig Zeit. Touristen jedoch können die Region hervorragend zu Fuß oder mit dem Fahrrad entdecken. Die alpine Bergwelt Savoyens ist durchzogen von Wasserfällen, die über Hunderte von Metern in die Tiefe stürzen. Vielerorts findet man ursprüngliche Almlandschaften.
Noch ein zweites Mal geht es in die Berge - diesmal in die Pyrenäen mit Gipfeln bis zu 2700 Metern. Sportlicher Höhepunkt ist der "Tourmalet", der Königspass der Pyrenäen-Etappen. Urlauber finden in dieser Gebirgsregion wunderbare Wanderwege und phantastische Ausblicke wie zum Beispiel im Aure-Tal. Ein Schmuckstück in diesem romantischen Tal ist das gemütliche Städtchen Arreau mit seinen Schiefer gedeckten Fachwerkhäusern.
Provence - die Region der kräftigen Farben
Über den Tourort Gap, der auch das "Tor zu den Alpen" genannt wird, erreicht man die Provence. Die Region ist berühmt für ihre kräftigen Farben: Das Violett des Lavendel, das Silbergrau der Olivenbäume, die Orangetöne des verdörrten Bodens und das Blau des Himmels. Doch nicht nur für das Auge, sondern auch für Nase und Mund hat die Region einiges zu bieten. Der Duft von Thymian, Salbei, Lavendel, in Kombination mit Meeresfrüchten, dem frischen Olivenöl und kräftigen Rotweinen lässt das Herz vieler Urlauber höher schlagen.
Zwischen Mittelmeer und Atlantik
Auf dem Streckenplan der diesjährigen Tour stehen natürlich auch Abstecher an die französischen Küsten. In der zweiten Tourwoche geht es ans Mittelmeer. Marseille, ein wenig die verkannte Schönheit, wird bei den Touristen immer beliebter. Dort sollte man unbedingt die berühmte Fischsuppe "Bouillabaisse" probieren. Der Tourort Narbonne zeichnet sich durch seine langen schönen Strände aus. Aber auch die französische Atlantikküste ist eine Reise wert: Dort liegen die Tour-Städte Bayonnes, Dax, und Bordeaux. Der Name Bordeaux steht weltweit für die edelsten und teuersten Weine. Gleich vor den Toren der Stadt beginnen die Weinanbaugebiete. Auf jeden Fall lohnt sich eine Fahrt über die von Schlössern gesäumte Weinstraße des Haut-Medoc.
Paris - die lebendige Metropole an der Seine
Der Endspurt wird auch in diesem Jahr auf den "Champs Elysées" stattfinden - in Sichtweite des "Arc de Triomphe". Auch bei der Jubiläums-Tour werden die letzten spannenden Meter auf dem Pariser Pracht-Bouelvard, den Champs Elysées zurückgelegt. Doch nicht nur zum Finale bebt die Seine-Metropole. Paris lebt 24 Stunden am Tag ohne Sperrstunde und das spürt man in allen Straßen, Gassen und auf allen Plätzen. Der Eiffelturm, Wahrzeichen von Paris und Ausgangspunkt der Tour, gehört genauso zu den Attraktionen wie die gotische Kathedrale "Notre-Dame", das "Hôtel des Invalides" und die Kirche "La Madeleine". Beliebt bei den Touristen sind auch die vielen Museen, allen voran der "Louvre" und das "Musée National d'Art Moderne".
Wer erfand die Tour de France?
Die Tour de France geht auf eine Idee des Journalisten Geo Lefèvre zurück, der mit einem landesweiten Radrennen die Auflage der Zeitung L'Auto (der heutigen L'Équipe) steigern wollte. Lefèvre konnte den Chefredakteur der Zeitung, Henri Desgrange, für seine Idee begeistern, so dass die Tour de France 1903 zum ersten Mal ausgetragen wurde. Erster Sieger der Tour war der Franzose Maurice Garin
(red)
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