Mittwoch, 30. Juni 2004

„First Ladies“ im Vergleich
Von Margot zu Margit

  • Ihr Lifestyle, ihre Persönlichkeiten & ihr Engagement

Die Scheidende: Nach fünf Jahren an der Seite des Bundespräsidenten Thomas Klestil verlässt Margot Klestil-Löffler die Hofburg. Mit ihr scheidet eine perfekte Begleiterin und Diplomatin.
Die Künftige: Margit Fischer will mit „Herzlichkeit und Natürlichkeit“ an der Seite ihres Mannes ab 8. Juli als „erste Ehefrau“ des Landes Österreich repräsentieren. Sie will auf ihr ziviles Leben nicht verzichten.

Wozu es Ehemann Thomas Klestil in seinen zwei Amtsperioden nicht gebracht hat, konnte seine Margot bereits im Herbst letzten Jahres in ihren Timetable eintragen. Laura Bush hatte Margot Klestil-Löffler zu einem bilateralen Treffen vom 4. bis 7. September im Weißen Haus in Washington eingeladen.

Eigenständige „First Lady“. Seit ihrer Hochzeit mit dem Bundespräsidenten am 23. Dezember 1999 läutete die damalige Büroleiterin Albert Rohans die Ära eines neuen Typus der „First Lady“ ein. Allein durch die Beibehaltung ihres Mädchennamens hatte sie signalisiert, was sie noch am Tage ihrer Hochzeit zu Protokoll gegeben hat: „Ich bleibe eine eigenständige Person.“ Mit dem Attribut „First Lady“ wollte die gelernte Diplomatin sowieso nichts zu tun haben, erzählt man in der Präsidentschaftskanzlei. Klestil-Löffler blieb, auch wenn sie keine Möglichkeit ausließ, ihrem Mann zur Seite zu stehen, in ihrem Beruf aktiv. Bis dato fungiert die durchschlagskräftige Präsidentengattin als Leiterin der Amerika-Abteilung im Außenamt.

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Eines scheint zumindest schon vor dem Amtsantritt Heinz Fischers gesichert: Die Klatschspalten wird das präsidiale Ehepaar wohl kaum platzgreifend füllen. Weder als „Pferdeflüsterer“ noch als Rosenkrieger. Seit über 35 Jahren weilt Österreichs künftige „First Lady“ skandalfrei an der Seite ihres Mannes. Und bereits vor der Wahl stellte die erste Ehefrau des Landes klar: Den Titel „First Lady“ werde sie nicht annehmen. Sie sei, so Margit, die Frau von Heinz Fischer. Punktum.

Anzunehmen, dass dies folglich auch die einzige Gemeinsamkeit bleibt, die sie mit der scheidenden Gattin verbindet. Zwar gab es schon zwei inoffizielle Treffen in Wiener Restaurants zwischen den präsidialen Damen. Doch darüber hüllt
man sich in Schweigen. Die 1943 im schwedischen Exil geborene Tochter des emigrierten sozialdemokratischen Ehepaars Anni und Otto Binder entschied sich nach der Geburt ihrer beiden Kinder gegen die Ausübung ihres Berufs einer gelernten Textil- und Gobelindesignerin.

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30.6.2004 16:39