Hollywood-Legende Marlon Brando ist tot: Oscar-Preisträger wurde 80 Jahre alt
- Film-Ikone zählte zu berühmtesten Mimen seiner Zeit
- Der "Pate" hatte Schulden von über 20 Millionen Dollar
Hollywoods letzter Rebell ist tot: Der Jahrhundertschauspieler Marlon Brando starb 80-jährig in einem Krankenhaus in Los Angeles. Das bestätigte sein Anwalt am Freitag. Der Oscar-Preisträger litt seit einigen Jahren an Übergewicht, Herzproblemen und anderen Gebrechen. Brando erlag einer Lungenembolie.
Brando gilt als Hollywoods unverwechselbarste Figur. Er gehörte bereits zu Lebzeiten zu den Film-Ikonen wie Marilyn Monroe und James Dean. Mit seiner oft unterkühlten und zugleich spannungsgeladenen Art der Charakterdarstellung beeinflusste er Generationen von Schauspielern. Sein Kollege und zeitweiliger Freund Jack Nicholson sagte einmal: "Er gab uns unsere Freiheit." Erst durch den rebellischen Superstar habe Hollywood gelernt, raue, vulgäre und zwiespältige Interpretationen vor der Kamera zu erlauben.
Regisseur Elia Kazan begeisterte sich für Brando, weil dieser "alles in Frage stellt, das ganze System der Höflichkeit, des guten Charakters und der Ethik". Das "Time"-Magazin widmete Brando in den vergangenen Jahren zwei Mal die Titelseite und schrieb: "Sein Schatten liegt über jeder Schauspielklasse in Amerika, praktisch über jedem Film, den wir sehen und über jeder Fernsehshow." Allerdings habe auch keine andere Person von seiner Bedeutung und seinem kulturellen Einfluss "eine Hand voll unvergesslicher Darbietungen mit so vielen (persönlichen) Peinlichkeiten ergänzt". Brandos Privatleben lieferte den Klatschblättern immer wieder Schlagzeilen. Mit seinen vielen Frauen und Kindern hatte der Schauspieler zuletzt viel Verdruss.
Zu den unvergesslichen Filmen des Stars, der vielen Kritikern und Kollegen als "der größte Schauspieler Amerikas" galt, gehören Klassiker wie "Endstation Sehnsucht", "Die Faust im Nacken" und "Der Wilde". Als skandalös galt 1972 seine Darstellung eines sexbesessenen Witwers in Bernardo Bertoluccis "Der letzte Tango" in Paris. Selbst aus Nebenrollen konnte Brando Kinoereignisse machen, wie er 1979 als dämonischer Dschungelherrscher in Francis Ford Coppolas Vietnamkriegsfilm "Apocalypse Now" bewies.
Seinen ersten Oscar bekam Brando für die Darstellung des Hafenarbeiters Terry Malloy in "Die Faust im Nacken" in der Regie von Elia Kazan. Für die Darstellung des Mafia-Bosses Don Corleone in Coppolas "Der Pate" ehrte ihn die US-Filmakademie ein zweites Mal. Brando lehnte den Oscar jedoch aus Protest gegen die Unterdrückung der amerikanischen Ureinwohner ab. (apa/red)
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