Samstag, 3. Juli 2004

Österreich top: In keinem anderen EU-Land gibt es weniger Schwarzarbeit

  • Nur 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts
  • Schlusslicht Griechenland mit mehr als einem Fünftel!

In keinem anderen EU-Land wird so wenig schwarz gearbeitet wie in Österreich. Laut einer Studie der EU-Kommission beläuft sich die Schwarzarbeit in Österreich nur auf 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, verglichen mit sechs Prozent in Deutschland. Schlusslicht ist Griechenland mit über einem Fünftel des BIP.

In keinem der EU-Altmitglieder - mit Ausnahme Griechenlands und Italiens (16 bis 17 Prozent) - beträgt der Anteil der Schattenwirtschaft am BIP mehr als 6,5 Prozent. Großbritannien und die Niederlande kommen jeweils auf zwei Prozent. Von den neuen EU- Staaten steht Zypern mit 4,2 Prozent am besten da. Schlusslichter sind Litauen (15 bis 19 Prozent), Slowenien (17 Prozent) und Lettland (18 Prozent).

Am weitesten verbreitet ist die Schwarzarbeit in der Baubranche, gefolgt von Landwirtschaft, Gastronomie und Hotellerie sowie persönliche Dienstleistungen und häusliche Arbeit. Frauen sind dabei noch stärker benachteiligt als in der legalen Wirtschaft. Sie verdienen weniger und arbeiten länger in weniger attraktiven Jobs.

Als Faktoren, die Schwarzarbeit begünstigen, nannten die Experten fehlende Flexibilität am Arbeitsmarkt, hohe Steuer- und Abgabenbelastung und geringe Autorität der Behörden. In den neuen Mitgliedstaaten kommen als Folge des Kommunismus aber auch soziale Faktoren hinzu. Daher dürfte es noch viele Jahre brauchen, um die informelle Wirtschaft zurückzudrängen. (apa)

3.7.2004 09:20