Freitag, 2. Juli 2004

FORMAT: Goldgrube Osteuropa: Welche Aktienfonds hohe Renditen versprechen!

  • Plus: Die FORMAT-Tipps zu den Ostbörsen!

Den goldenen Westen haben sich die Aktionäre wohl anders vorgestellt. In den vergangenen fünf Jahren mussten die Besitzer von westeuropäischen Aktienfonds im Schnitt einen Verlust von fünf Prozent im Jahr verkraften. Dagegen waren die Börsen in Osteuropa ein wahres Eldorado.

Eine erfolgreiche Goldgräberin ist Angelika Millendorfer. Die Fondsmanagerin des Raiffeisen-OsteuropaFonds hat seit 1999 das Kapital ihrer Kunden um 150 Prozent vermehrt. Millendorfer sieht kein Ende der Erfolgsgeschichte Ost: "Die Wirtschaft wächst zwei- bis dreimal so schnell wie im Westen. Und die Lohnstückkosten betragen oft nur 20 Prozent des Westwertes."

Trotzdem ist die Zeit des blinden Zugreifens längst vorbei. So gilt die tschechische Börse bereits als überteuert. Mehr Potenzial haben Ungarn und Polen. Mark Mobius, Chef des Franklin-Templeton-Eastern-European-Aktienfonds: "Polen ist das größte EU-Beitrittsland und wird besonders von einer anziehenden Konjunktur in Westeuropa profitieren." Raiffeisen-Fondsmanagerin Millendorfer setzt stärker auf die Börse Budapest: "OTP ist die am stärksten wachsende Bank und massiv im Hypothekargeschäft, der Ölkonzern Mol profitiert von hohen Raffineriemargen."

Wer noch billig einsteigen will, muss nach Russland schauen: Sieben Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr 2004 werden weltweit nur noch von China übertroffen. Eine wirklich solide Adresse sind inzwischen die Staatsanleihen der Nachbarstaaten. Wer ganz auf Nummer Sicher gehen und Papiere in Euro kaufen will, bekommt allerdings bei den EU-Mitgliedern Ungarn und Tschechien kaum mehr als bei österreichischen Staatsanleihen, die derzeit bei zehnjähriger Laufzeit etwa bei 4,4 Prozent Zinsen liegen.

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2.7.2004 15:16