Energie-Deal perfekt: VA Tech übernimmt die Kontrolle über Schneider-Joint Venture
- Französischer Partner wollte Sanierung nicht mittragen
- Konzern erwirtschaftet 620 Mio. Euro Jahresumsatz
Der börsennotierte Anlagenbauer VA Tech hat den restlichen 40-Prozent-Anteil am Schneider-Joint Venture (Hochspannungstechnik) übernommen. Die Linzer haben nun die alleinige Kontrolle an dem bisher mit dem französischen Konzern Schneider Electric geführten Unternehmen, das - zur VA Tech-Sparte Energieübertragung und -verteilung (T&D) gehörend - 620 Mio. Euro Jahresumsatz erwirtschaftet.
"Ein Sanierungsprogramm, das derzeit läuft, wollten die Franzosen nicht mittragen", sagte Klaus Sernetz, seit 1. Juli neu amtierender VA Tech-Konzernchef, zum Grund für den Ausstieg von Schneider.
Die Division VA Tech T&D litt auch im vergangenen Jahr unter Marktschwäche und Preisdruck. Bei rückläufigem Auftragseingang brach der Betriebsgewinn (EBIT) 2003 mit 15,8 Mio. Euro auf ein Drittel des Vorjahreswertes von 50 Mio. Euro ein. In diesem Ergebnis des früher hoch profitablen Bereichs waren neben Firmenwertabschreibungen von 19 Mio. Euro auch Sanierungskosten von 14 Mio. Euro enthalten.
Über den Kaufpreis für den 40 Prozent-Anteil aus dem Joint Venture mit Schneider - die Akquisition hat der VA Tech-Aufsichtsrat vergangenen Mittwoch bereits abgesegnet - wurde Stillschweigen vereinbart. Sernetz sprach gestern Abend lediglich von einem "angemessenen Preis".
Vorstand Klaus Brenner, Chef der VA Tech T&D, wertet die vollständige Übernahme als "weiteren Schritt im Zuge unserer Unternehmensstrategie einer der führenden Anbieter in Energieübertragung und Energieverteilung zu werden". Der Standort Grenoble soll auch in Zukunft wichtiges weltweites "Kompetenzzentrum" für die Entwicklung und Produktion von Kernprodukten bleiben.
An der Wiener Börse notierte die VA Tech-Aktie am Freitag gegen 13 Uhr mit 45,42 Euro um 1,5 Prozent leicht schwächer. Seit Jahresbeginn hat der im Leitindex ATX gelistete Titel mehr als 77 Prozent zugelegt. (apa)
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