Alamierende Zahlen: Arbeitslosenrate im Juni gegenüber Vorjahr wieder gestiegen!
- 202.787 Menschen ohne Job, davon über 94.000 Frauen
- AK-Chef Herbert Tumpel fordert mehr Mittel für AMS
·Tumpel: "Lage für Frauen dramatisch"
AK-Chef fordert mehr AMS-Mittel für Wiedereinsteiger
·In Österreich gibt's die meisten Jobs!
Niedrigste Arbeitslosigkeit im EU-Länder-Vergleich!
Ende Juni waren in Österreich 202.787 Menschen arbeitslos gemeldet, um 1.869 oder 0,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (200.918). Die Zahl der beim Arbeitsmarktservice (AMS) vorgemerkten Frauen stieg um 2,7 Prozent auf 94.156, während die Arbeitslosigkeit der Männer mit -0,6 Prozent auf 108.631 rückläufig war. Rückläufig war auch die Zahl der vorgemerkten jugendlichen Arbeitslosen (bis 24 Jahre) mit minus 5,4 Prozent auf 30.673 sowie die Zahl der älteren Arbeitslosen über 50 Jahren mit minus 10 Prozent auf 40.238.
Die Gesamtzunahme der Arbeitslosigkeit im Juni um 0,9 Prozent sei auf den Dienstleistungssektor zurückzuführen, hieß es weiter. Überdurchschnittlich stark stieg die Arbeitslosigkeit in den unternehmensbezogenen Dienstleistungen (plus 5,3 Prozent), den sonstigen Diensten (plus 8,4 Prozent), dem Einzelhandel (plus 3,7 Prozent), dem Gesundheits- und Sozialwesen (plus 7,3 Prozent) und dem Tourismus mit plus 3,0 Prozent. Im Sekundärsektor ging die Zahl der vorgemerkten Personen gegenüber dem Vorjahreswert zurück, in der Sachgütererzeugung um minus 3,4 Prozent und im Bauwesen um minus 2,7 Prozent.
Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen bei Absolventen von Lehren mit und ohne Meisterprüfung, mittleren technischen gewerblichen sowie kaufmännischen Schulen, sonstigen mittleren Schulen und höheren technischen gewerblichen Schulen war im Juni rückläufig. In allen anderen Ausbildungsstufen bzw. -richtungen hat die Arbeitslosigkeit hingegen zugenommen. Den größten absoluten Anstieg verzeichnet die Gruppe mit Pflichtschulabschluss (plus 1,1 Prozent), gefolgt von Personen ohne Schulabschluss (plus 9,0 Prozent) und Universitätsabsolventen (plus 10,7 Prozent). 79 Prozent aller Arbeitslosen entfallen auf Personen ohne abgeschlossene Schule sowie Personen mit Pflichtschulabschluss oder Lehrabschluss.
Die Zahl der Personen in Schulungen ging im Juni um 3,3 Prozent auf 40.171 zurück. Bei Jugendlichen stiegen die Schulungsmaßnahmen allerdings um 21,6 Prozent, ebenso bei den über 49-Jährigen (plus 19,2 Prozent). Die Schulungsteilnehmer rekrutierten sich schwerpunktmäßig aus den Berufsgruppen Büroberufe (7.587), Handel (5.692), Metall-/Elektroberufe (5.256) und den Hilfsberufen (4.663). Aus diesen Berufsgruppen kommen 58% aller in Schulung befindlichen Personen.
Nach Bundesländern ist die Arbeitslosigkeit in Vorarlberg (plus 5,9 Prozent), Wien (plus 4,5 Prozent), Niederösterreich (plus 2,3 Prozent) und Oberösterreich (plus 1,6 Prozent) über dem Bundesdurchschnitt gestiegen, in Tirol entsprechend dem Schnitt um 1 Prozent. Rückläufig war die Arbeitslosigkeit hingegen in der Steiermark (minus 8,5 Prozent), Kärnten (minus 3,4 Prozent), Salzburg (minus 3,0 Prozent) und im Burgenland (minus 1,9 Prozent).
Der seit März zu beobachtende positive Trend bei der Entwicklung der offenen Stellen halte indes weiter an, so das Wirtschaftsministerium weiter. Die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen Stellen stieg per Ende Juni im Vergleich zum Vorjahreswert um 12,8 Prozent auf 26.287 Stellen.
Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeits-Episode stieg im Juni um 10 Tage auf 111 Tage. Die Zahl der über 6 Monate vorgemerkten Arbeitslosen stieg um 16,3 Prozent auf 54.702.
Die Zahl der Lehrstellensuchenden war Ende Juni um 2,2 Prozent auf 3.460 wie in den Vormonaten leicht rückläufig. Die gemeldeten offenen Lehrstellen gingen um 10,0 Prozent auf 2.272 zurück.
Bei der Jugendarbeitslosenquote (15 bis 24 Jahre) werde für Österreich mit 6,9 Prozent (Mai 2004) im EU-Vergleich (Abfrage vom 1. Juli 2004) der niedrigste Wert, gefolgt von Irland mit 8,1 Prozent, ausgewiesen, bemerkt das Wirtschaftsministerium. Die Jugendarbeitslosenquote der erweiterten EU betrage mit 18,2 Prozent fast das Dreifache des österreichischen Wertes. (apa/red)
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