Entspannung am Ölmarkt: OPEC-Ölpreis sank auf Zweimonatstief von 32,50 Dollar
- Preis für ein Barrel sank auf weniger als 33 Dollar
- Am 1. Juli stockt die OPEC Fördergrenze auf
Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ist so billig wie seit zwei Monaten nicht mehr. Der Korbpreis aus sieben Sorten ist am Dienstag nach OPEC-Angaben von heute auf 32,50 Dollar (26,7 Euro) je Barrel (159 Liter) gefallen. Er lag damit erstmals seit dem 26. April unter der 33-Dollar-Marke. Zu dem Preisfall kam es nach der Machtübergabe im Irak und dem Ende des Streiks in Norwegen.
Am Montag war der OPEC-Korbpreis noch mit 33,07 Dollar festgelegt worden. Mittelfristig will die OPEC ihren Referenzpreis je Barrel unter 28 Dollar drücken.
"Damit sind die Chancen gestiegen, dass der Ölpreis bald wieder zu dem Niveau von 30 Dollar je Barrel zurückkehrt", sagte Klaus Matthies vom Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA). Das hatten die Wirtschaftsforschungsinstitute bei ihrem Frühjahrsgutachten ab Mitte dieses Jahres unterstellt. "Öl ist nach wie vor nicht knapp und die Lage entspannt sich, weil es gegenwärtig nur gute Nachrichten gibt", sagte Matthies. Setze sich diese Tendenz fort, könnten auch die Verbraucher mit fallenden Preisen rechnen.
OPEC-Produktionserhöhung
Zum 1. Juli stockt die OPEC ihre Förderobergrenze um zwei Mio. Barrel pro Tag auf. Anfang August steht eine weitere OPEC- Produktionserhöhung von einer halben Million Barrels pro Tag an. Außerdem wird erwartet, dass die starke Ölnachfrage Chinas angesichts der Versuche des Landes, das Wirtschaftswachstum zu bremsen, etwas nachlassen könnte.
Ob die Märkte für dieses Jahr ihren Preisgipfel hinter sich gelassen haben, sei jedoch keineswegs sicher, betonte Matthies. "Das kann sich schlagartig ändern, wenn wieder schlechte News aus dem Irak oder Saudiarabien kommen." Der Ölexperte Bruce Evers von der Investmentbank Investec gab sich ebenfalls zurückhaltend. "Wenn ein kalter Winter kommt, geraten wir wirklich unter Druck", sagte er. Jeder weitere Kapazitätsverlust im Irak würde den Ölpreis erneut in die Höhe treiben, meinte auch Paul Horsnell, Abteilungsleiter für Energieforschung bei der Bank Barclays. "Auf ernsthafte Zwischenfälle sind wir nicht vorbereitet".
(apa/red)
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