Dienstag, 29. Juni 2004

Details zu Fusion und Teilverkauf: Riese mit 2.200 Bussen soll mit Fusion entstehen

  • Zusammenführung soll bis Jahresende erledigt sein
  • Über 16 Millioen Fahrkilometer sollen verkauft werden

Seit Jahren wird um die Fusion und den anschließenden Teilverkauf von Postbus und Bahnbus gerungen. Die ÖBB, die den Postbus bereits im Vorjahr für 116 Mio. Euro erworben haben, wollen diesen mit ihrem Bahnbus bis Jahresende zusammenführen. Auch die Teilprivatisierung soll noch heuer abgewickelt werden, mit der Interessentensuche ist der Prozess bereits Anfang dieses Monats eingeleitet worden.

Durch die Fusion von Postbus und Bahnbus entsteht das mit Abstand größte Busunternehmen Österreichs. Beide Gesellschaften werden vor der Teilprivatisierung 2.200 Busse haben. Wegen der Proteste der Gewerkschaft sollen am Mittwoch allesamt bis zum Vormittag in den Garagen bleiben. An normalen Tagen befördern die Busse täglich rund 750.000 Fahrgäste, im Gesamtjahr 2003 hatten die beiden Unternehmen fast 250 Millionen Passagiere.

Abgabe von 16 Millionen Fahrkilomter
Im Rahmen der Teilprivatisierung soll der Postbus in weiterer Folge rund 14 Millionen Fahrkilometer abgeben, der Bahnbus 2,4 Millionen. Verkauft werden die Linien in 32 Paketen, samt Bussen, Werksstätten und Mitarbeitern. Über hundert Interessenten sollen sich bereits gemeldet haben.

Laut Unternehmensangaben sollen im Rahmen des Teilverkaufs von den 4.400 Postbus- und Bahnbus-Mitarbeitern rund 400 den Arbeitgeber wechseln. Modelle dafür gibt es mehrere. Geprüft werden Abfertigungsmodelle, eine Karenzierung der Beamten auf mehrere Jahre bis zur Pensionierung, eine Vermietung der Mitarbeiter an die Privaten oder eine 25-Prozent-Beteiligung des Postbusses an den teilprivatisierten Unternehmensteilen, so dass der Beamte auch in der neuen Gesellschaft seinen Status behalten könnte.

Die Gewerkschaft fürchtete dennoch den Verlust von mehreren hundert Arbeitsplätzen und einen wirtschaftlichen Schaden für das Unternehmen. Die Regierung weist das zurück und glaubt, dass nach der Fusion von Postbus und Bahnbus der Verkauf von einem Drittel der Linien zur Erhaltung des Wettbewerbs notwendig ist.
(apa)

29.6.2004 14:38