Mitsubishi Motors benötigt für Sanierung mehr Geld: 4,15 Milliarden Euro
- Anteil von DaimlerChrysler dürfte stärker sinken
Der schwer angeschlagene japanische Autobauer Mitsubishi Motors benötigt für die Sanierung mehr Geld. Wie Mitsubishi am Dienstag in Tokio zu seiner Hauptversammlung mitteilte, liegt der voraussichtliche Finanzbedarf bei 546 Mrd. Yen (4,15 Mrd. Euro). Dies sind 96 Mrd. Yen mehr als zunächst geplant. Der Anteil von DaimlerChrysler an dem Unternehmen dürfte dadurch stärker sinken als bisher geplant.
Mitsubishi Motors steckt seit Monaten in der Krise. Ende Mai hatte der viertgrößte japanische Autobauer einen Sanierungsplan vorgelegt, nachdem der Partner DaimlerChrysler jede weitere finanzielle Unterstützung verweigert hatte. Dieser sieht die Schließung von zwei Werken sowie die Streichung von 11.000 der zuletzt 44.000 Stellen vor.
Firmen der Mitsubishi-Gruppe sowie ein Geschäftspartner aus Taiwan steuern nun insgesamt 295 Mrd. Yen für die Rettung des Unternehmens bei. Weitere 250 Mrd. Yen kommen von der Investmentgesellschaft Phoenix Capital und der US-Bank JP Morgan. Sie erhöhten damit ihre ursprüngliche Zusage um 80 Mrd. Yen und erhalten dafür Vorzugsaktionen für 100 Yen pro Anteilsschein - ein Abschlag von 45 Prozent auf den aktuellen Kurs. Ein weiteres Unternehmen der Mitsubishi-Gruppe wird eine weitere Mrd. Yen im Austausch für Aktien beisteuern.
Phoenix Capital mit 40 Prozent künftig größter Anteileigner von Mitsubishi Motors
Die Investmentgesellschaft löst nach Vollzug der Kapitalerhöhung Ende Juli damit den DaimlerChrysler-Konzern ab, der derzeit noch 37 Prozent hält. Dieser Anteil sinkt laut Mitsubishi nun auf rund 20 Prozent. Vor der Ausweitung der Kapitalerhöhung war zunächst von 23 Prozent die Rede. Mitsubishi-Chef Yoichiro Okazaki sagte zudem, das Unternehmen werde sich um staatliche Unterstützung bewerben. Nach einem 1999 in Kraft getretenen Gesetz könnte das Unternehmen niedrig verzinste Kredite und Steuererleichterungen von der Regierung erhalten.
Angesichts der von starken Marktanteilsverlusten und Rückrufaktionen begleiteten Krise eröffnete Okazaki die Hauptversammlung mit einer Entschuldigung: "Ich möchte mich zutiefst für die großen Sorgen und den Ärger entschuldigen, der bei Aktionären, Kunden und vielen anderen Menschen verursacht wurde." Okazaki bat die Anteilseigner gleichzeitig um Rückendeckung für die Sanierung. "Das Unternehmen befindet sich unter großem finanziellen Druck."
Mehrere frustrierte Aktionäre machten ihrem Unmut auf dem Aktionärstreffen Luft. Ein älterer Japaner sagte, er habe auf dem Papier Kursverluste in Höhe von mehreren Millionen Yen hinnehmen müssen. "Setzen sie bitte alle ihre Möglichkeiten und ihr Leben dafür ein, das Unternehmen wieder zum Leben zu erwecken", sagte er an das Management gewandt. "Wenn Sie das nicht tun können, sollten Sie zurücktreten."
(apa)
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