Vorstand übt Kritik an Postbus-Protest: Demonstrationen schaden Unternehmen
- Postbus-Chefin überlegt, Gehaltszahlung auszusetzen
Postbus-Chefin Wilhelmine Goldmann verurteilt die Proteste der Gewerkschaft morgen, Mittwoch, scharf. Der Betriebsrat mache "gegen das eigene Unternehmen mobil". Mitarbeiter würden durch die Arbeitsniederlegung "nur sich selbst und dem Unternehmen schaden", sagte Goldmann am Dienstag zur APA.
Für die Zeit der Proteste prüft der Vorstand, ob den teilnehmenden Mitarbeitern kein Gehalt ausgezahlt wird. Die Gewerkschaft hat zwar Betriebsversammlungen angemeldet. Diese dürften aber "eigentlich nicht betriebsschädigend" sein. Geprüft werde daher nun, ob es sich bei den Protesten in Wahrheit um einen Streik handle, so Goldmann. Bei einem Streik müssen Unternehmen kein Gehalt auszahlen, ein Teil des Verdienstentgangs würde dann aus der Streik-Kasse des ÖGB gedeckt.
Bis zu den Betriebsversammlungen morgen Früh will die Unternehmensführung noch versuchen, die Mitarbeiter zu überzeugen, "dass die Proteste keinen Sinn machen". Zudem will das Unternehmen Ersatzbusse und Ersatzlenker anmieten. Auftragsverkehre könnten dadurch aufrechterhalten werden.
Auch in Tirol und Vorarlberg stehen Busse still
Während das Postbus-Management davon ausgeht, dass es in Vorarlberg keine Behinderungen geben wird, hat die Gewerkschaft am Dienstag auch für das Ländle Beeinträchtigungen angekündigt. Ein Teil des morgendlichen Schüler- und Berufsverkehrs werde zwar abgewickelt. Am Vormittag zwischen 9.00 und 11.00 Uhr, während einer zentralen Betriebsversammlung in Bludenz, stünden dann aber alle Postbusse still, sagte Betriebsratsvorsitzender Johann Madlener auf APA-Anfrage.
Busse von auswärts werden demnach in der Früh noch fahren, nach Erreichen des Ziels aber in Dornbirn abgestellt. Madlener: "Ab Mittag ist wieder mit normalem Postbus-Verkehr zu rechnen".
Das Postbus-Management hingegen hat angekündigt, dass vor allem in Vorarlberg mit angemieteten Bussen und Lenkern der Betrieb aufrecht erhalten werden soll. Hintergrund: Der Vorarlberger Verkehrsverbund hat mit dem Postbus relativ starre Verträge vereinbart. Würden Busse ausfallen, würden die Linien entzogen werden.
(apa)
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