Dienstag, 29. Juni 2004

Gorbach appelliert an Gewerkschaft: Postbus-Proteste sind "sinnlos"!

  • Demonstrationen für Kukacka "politisch motiviert"

Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach (F) hat am Dienstag an die Postbus- und Bahnbus-Gewerkschaft appelliert, ihre Pläne für Betriebsversammlungen Mittwochfrüh noch einmal zu überdenken und auf "Proteste auf Kosten der Schüler und Pendler" zu verzichten. Gerade am Mittwoch hätten "viele Schüler Entscheidungsprüfungen zu bestehen". Die geplanten Behinderungen seien "unverantwortlich" und darüber hinaus "sinnlos", weil der "Privatisierungsbus" ohnehin "bereits abgefahren" sei, meinte Gorbach in einer Aussendung.

Bei den Gesprächen vergangene Woche sei der Gewerkschaft sowohl von der Regierung als auch von der Unternehmensführung zugesichert worden, "dass Modelle zur Absicherung der Mitarbeiter - von Arbeitsplatzgarantien bis hin zu Leasingmodellen - geprüft werden". Das Argument der Gewerkschaft, dass durch die Teilprivatisierung 600 Mitarbeiter kurzfristig ihren Arbeitsplatz verlieren würden, sei reine "Angstmache". Auch von einer Gefährdung der Verkehrsversorgung könne keine Rede sein. Vielmehr würden gerade durch die Teilprivatisierung Angebot und Qualität gesteigert und "am Ende des Tages Arbeitsplätze gesichert", meint Gorbach.

Ebenso VP-Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka: Er spricht bei den Protesten ausdrücklich von "Streiks". Diese hält er für "rein politisch motiviert und wirtschaftlich schädlich". Alleine die vergangenen drei Postbus-Streiktage im Mai und Juni 2002 hätten rund 1,2 Mio. Euro gekostet. Die Gewerkschaft betreibe "organisierte Mitarbeiterverunsicherung". Rund 70 Prozent der Postbus-Mitarbeiter hätten den Beamtenstatus und seien damit ohnedies "arbeits- und betriebsrechtlich abgesichert", so Kukacka. (apa/red)

29.6.2004 13:37