Wettbewerbshüter werfen Billa vor Lieferanten unter Druck zu setzen
- Rewe Austria soll Lieferanten Redeverbot erteilt haben
- Sprecher des Billa-Mutterkonzerns: "Vorwürfe absurd"
Den Lieferanten der größten heimischen Handeskette Billa soll ein Redeverbot erteilt worden sein. Beim Mutterkonzern Rewe Austria weist man die Vorwürfe zwar als "absurd" zurück, Wettbewerbshüter Barfuß kontert. Auf die Frage ob er glaube, dass sich die Lieferanten fürchten antwortete er: "Das glaube ich nicht, das weiß ich."
Laut einem Bericht der "Salzburger Nachrichten" (SN) soll Rewe Austria "eidesstattliche Erklärungen in schriftlicher Form von Lieferanten verlangt" haben, "in denen sie sich verpflichten müssen, nicht bei der Wettbewerbsbehörde auszusagen".
Die Wettbewerbsbehörde ermittelt derzeit wegen des Verdachts, dass Billa gegenüber Lieferanten seine marktbeherrschende Stellung auszunützt. Der Leiter der Behörde, Walter Barfuß, hat am Montag die Vorwürfe erhärtet, dass Billa seine Lieferanten unter Druck gesetzt hat.
Auf die Frage, ob er glaube, dass sich Lieferanten, die bei der Behörde aussagen sollen, vor Billa oder Rewe fürchten, sagte Barfuß im Ö1-"Abendjournal" des ORF-Radio: "Das glaube ich nicht, sondern das weiß ich."
Zeugen könnten sich "zum Teil Hände ringend nicht erinnern. Es ist also mehr, als wenn ich jetzt sage, ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ein Lieferant einen Hinweis bekommen könnte: 'Bitte rede lieber nicht zu viel'", meinte Barfuß. Bisher seien sechs Vernehmungen durchgeführt worden, die Dinge würden "auffallend zäh vor sich gehen".
Bei Rewe Austria betont man, der Vorwurf, dass Lieferanten angehalten worden seien, nicht auszusagen, sei "absurd". Es gebe kein Redeverbot für Lieferanten, so eine Sprecher von Rewe Austria zum ORF-Radio.
Anlassfall für die Untersuchung war der Rauswurf von Neuburger-Leberkäse aus den Billa-Regalen. Der oberösterreichische Markenartikel-Produzent hatte eine - in den Augen Billas ungebührliche - Preiserhöhung verlangt und diese auch begründet.
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