Heftige Kritik an Bartensteins Arbeits-zeitmodell: "Vorschläge sind indiskutabel"
- AK-Präsident Dinkhauser: Bartenstein hat "wenig Ahnung" von der Arbeitsrealität.
·Bartenstein für flexible Arbeitszeiten
"trend": Regelung per Gesetz sei überholt
·AK-Chef kritisiert Minister Bartenstein
AK-Präsident Dinkhauser zeigt sich "erschüttert"
·Scharfe SP-Kritik an Bartenstein
"Letztlich will er damit die nur Lohnkosten senken"
·Breite Ablehnung für Sorger-Vorschlag
Sallmutter: Arbeitszeit- verkürzung muss kommen
·Job-Garantie dank längerer Arbeitszeit
Deutschland: Siemens einigt sich mit IG Metall
·Mehr arbeiten für den gleichen Lohn
IV-Chef Sorger sorgt mit Vorschlägen für Aufregung
Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) tritt weiterhin für eine Flexibilisierung der Arbeitszeit ein. Zu einem Lohndumping oder Lohnkürzungen sollte es dabei aber nicht kommen, meinte er am Montag. Heftige Kritik erntete Bartenstein von Arbeiterkammer und von Gewerkschaft.
Konkrete Vorschläge, wie hoch die maximale tägliche Arbeitszeit sein sollte, wollte Bartenstein nicht machen. Hier handle es sich nämlich um eine klassische Sozialpartner-Materie. Daher sollten Arbeitgeber und Dienstnehmer ein entsprechendes Konzept erarbeiten. Nichts kann Bartenstein einer generellen Verlängerung der Arbeitszeit abgewinnen.
AK-Chef Tumpel
Arbeiterkammer-Chef Herbert Tumpel bezeichnete Bartensteins Vorschläge angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit als "indiskutabel". Ursache für das geringe Wachstum sei die schwache Inlandsnachfrage, die nicht durch geringere Einkommen gelöst werde.
AK-Präsident Dinkhauser
Tirols AK-Präsident Fritz Dinkhauser (ÖVP) kritisierte, Bartenstein habe "wenig Ahnung" von der Arbeitsrealität in den Betrieben. "Ich bin erschüttert, mit welcher Selbstverständlichkeit der Minister unreflektiert Uraltforderungen der Industrielobby aufnimmt", meinte der AK-Chef.
Steirischer AK-Präsident Rotschädl
In dieselbe Kerbe schlägt auch der steirische Arbeiterkammer Präsident Walter Rotschädl (SPÖ). Bartenstein habe sich mit seiner jüngsten Aussage "disqualifiziert". In Wirklichkeit gehe es um den plumpen Versuch, eine Arbeitszeitverlängerung schön zu reden.
Arbeitszeitverlängerung schaffe "sicher nicht mehr Wachstum, wahrscheinlich auch nicht mehr Beschäftigung", meint auch der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Helmut Kramer.
Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) sieht überhaupt keinen Grund, in Verhandlungen über eine Verlängerung der Arbeitszeit einzutreten. Bartenstein habe sich endgültig als Lobbyist der Großindustrie entpuppt, erklärte GPA-Vorsitzender Hans Sallmutter.(apa)
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