Wimbledon-Queen Maria Scharapowa: "Ich will alle Grand Slams gewinnen"
- 17-jährige Rasen-Queen kicherte vor Freude
- Enttrohnte Serena Williams: "Das war nicht mein Tag"
·Maria Scharapowa siegt in Wimbledon!
Tennis-Sensation: Klarer Triumph über S. Williams!
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Serena Williams und
Rafael Nadal die Nr.1
Selten hat ein Champion so locker und ungeniert auf dem "Heiligen Rasen" von Wimbledon gefeiert. Maria Scharapowa feierte ausgelassen und verteilte Kusshändchen an den randvollen Centre Court. Abseits der Feiern hat die junge Russin aber auch große Pläne.
"Das war heute nicht mein Tag", erklärte die unterlegene Serena Williams die 1:6,4:6-Pleite und fügte verlegen lachend hinzu: "Herzlichen Glückwunsch, Maria." Wie einst dem 17-jährigen Boris Becker waren auch Scharapowa nach dem Matchball die Knie weich geworden. Die Hände vors Gesicht geschlagen sank sie nieder auf den Rasen. Nur langsam wich die Anspannung, die während des nur 74-minütigen Endspiels ihr Gesicht hatte erstarren lassen. Nur den nächsten Ballwechsel vor Augen hatte sie die mentale Stärke demonstriert, auf die sie im Camp von Nick Bollettieri in Florida seit fast zehn Jahren gedrillt worden ist.
"Es ist unglaublich, einfach unglaublich", rief die erste russische Siegerin bei den All England Championships ins Mikrofon. Sie kicherte unaufhörlich und schielte hinauf zu ihrem Vater Juri, dem sie als erstem um den Hals gefallen war. "Meine Eltern haben so viel für mich getan. Danke", flüsterte sie, wischte sich ein paar Tränen weg und schnappte sich Vaters Handy, um mitten auf dem Center Court ungeniert zu telefonieren. Mutter Jelena nahm den Hörer aber nicht ab. "Hoffentlich hat sie wenigstens mitbekommen, dass ich gewonnen habe", sagte Scharapowa und holte das Gespräch später nach. Erst musste sie Fragen aus aller Welt beantworten.
Auf dem Platz sei sie in ihrer "eigenen kleinen Welt" gewesen. "Ich weiß nicht, was geschehen ist, was ich gemacht habe und was die Taktik war." Als der letzte Ball gespielt war, brach diese kleine Welt zusammen. Doch das gefiel ihr diesmal.
Schon einmal war Scharapowas kleine Welt zerbrochen. Zehn Jahre ist das her. Damals gefiel es ihr überhaupt nicht, dass sie mit ihrem Vater, aber ohne die Mutter in die USA auswanderte. Erst zwei Jahre später hatte "Mamuschka" alle Papiere beisammen und durfte ihrer Tochter nach Florida hinterher reisen. "Die vielen Opfer haben sich gelohnt", sagt Maria heute. Die kleinen Kratzer an der Seele sieht man nicht. "Darüber will ich nicht reden", wehrte sie entschieden alle Fragen zu ihrem Privatleben ab.
Mit ihren 17 Jahren macht sie das schon absolut professionell. Deshalb glauben Experten wie John McEnroe, dass der frühe Ruhm ihr nicht zu Kopfe steigen wird. "Brillant. Das wird nicht ihr letzter Titel sein", sagte der dreifache Champion.
Die Siegerin gab sich nach ihrem ersten Grand-Slam-Triumph bescheiden. "Sorry Serena, das ich Dir die Trophäe für ein Jahr entrissen habe", sagte sie und kicherte mit der Amerikanerin, die den Titel-Hattrick verpasst hatte, um die Wette. Ganz ernst meinte das die Tennis-Beauty, die auch einen Model-Vertrag hat, nicht. "Ich will alle Grand Slams gewinnen und die Nummer eins werden." Am Montag wird sie vorerst einmal Platz acht der Weltrangliste einnehmen.
Scharapowa ist schon die zweite Russin nach Anastasia Myskina bei den French Open, die 2004 ein Grand-Slam-Turnier gewonnen hat. Von einem "historischen Sieg" berichtete der Moskauer "Sportexpress", "gazeta.ru" meinte: "Scharapowa schoss den Vogel ab." Von der "Schönheit des Balls" ("Times") und "Eismaid trickst Williams aus" ("Telegraph") war in den britischen Sonntagszeitungen zu lesen. Im seriösen "Independent" hieß es:."Scharapowa die Supernova - grunzend und kichernd lässt sie Wimbledon ohnmächtig werden." (apa/red)










