EM-Direktor auf "Studienreise": Ludwig denkt über die sportliche Zukunft nach
- Nationalteam ist 2008 zu Leistungen gezwungen
- Challenge-Projekt Ex-ÖFB-Boss stimmt hoffnungsfroh
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Alfred Ludwig, der sich auf "Studienreise" in Portugal befindet, zieht als rotweißroter EM-Direktor die organisatorischen Vorbereitungsfäden für die in vier Jahren in Österreich und der Schweiz stattfindende EURO. Aber der Wiener macht sich auch in sportlicher Hinsicht so seine Gedanken im Hinblick auf 2008. Daher beteiligt er sich auch nicht an Favoritentipps für Portugal, sondern spricht vielmehr über Österreichs Nationalteam. "Wir sollten uns jetzt allen Ernstes darum kümmern, dass sich bei uns eine Mannschaft heraus kristallisiert", sagt der ehemalige ÖFB-Generalsekretär.
Die Resultate im Frühjahr mit dem 1:1 in der Slowakei, dem 4:1 gegen Luxemburg und dem 0:0 gegen Russland seien zwar in Ordnung, über die Leistung müsse man aber sagen, dass man noch nicht so gefestigt ist, um die kommende WM-Qualifikation gegen diese Kaliber zu überstehen. Darin sieht der bald 54-Jährige die größte Herausforderung. "Denn wir sind 2008 zu Leistungen gezwungen. Eine sportliche Nicht-Erfüllung der Erwartungen - das heißt nicht, dass wir aufsteigen, sondern gut Fußball spielen müssen - wäre für unser EM kontraproduktiv", sagt Ludwig.
Die Nachwuchskonzepte, insbesondere das Challenge-Projekt, machen dem Funktionär mit Leib und Seele aber hoffnungsfroh. "Sie alle laufen so gut, dass sich schon das Ausland über den Grund unseres Aufstiegs im Nachwuchsbereich erkundigt. Das bedeutet, dass wir etwas richtiger gemacht haben als die anderen", meint Ludwig. Von den ÖFB-Teams für unter 17-, 19- bis 21-Jährige beginne etwas kontinuierlich zu wachsen. Er hoffe nur, dass man nicht um zwei Jahre zu spät dran war.
Junge Generation gesucht
"Aber wenn das eintritt, was sich jetzt hier ankündigt, dann hat Teamchef Hans Krankl in ein, zwei Jahren ein junge Generation, die 2008 die eine oder ander Position sicher besetzen wird. An Andreas Ivanschitz und Co wird es dann liegen, diese Mannschaft zu führen", wagt der österreichische EM-Direktor einen Blick in die heimische Fußball-Zukunft. Besonders hohe Erwartungen setzt er in den Rapidler: "Der Andi ist der heimische Vorzeige-Profi mit ungeheurem Potenzial." Es seien auch noch einige andere, derzeit- 20 bis 24-jährige Spieler da.
Zu der positiven Einstellung gegenüber Hans Krankl steht Ludwig seit der Bestellung des einstigen Internationalen zum ÖFB-Teamchef. Auf die Frage, ob Johann K. bis 2008 den Posten bekleiden solle, antwortete Ludwig: "Es steht mir vom EM-Büro aus überhaupt nicht zu, die tägliche Arbeit von Krankl zu beurteilen, außerdem gehöre ich nicht mehr dem ÖFB an. Ich sage so: Wenn man am Ende vom Weg, sprich in der kommenden WM-Qualifikation, eine Mannschaft hat, erübrigt sich die Frage. Wenn man sie nicht hat, muss man sich ernsthaft damit auseinander setzen." (apa/red)
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