Schmollender Star: Ausgewechselter Figo lässt vorm Knüller ganz Portugal schwitzen
- Scolari verteidigt Tausch und sucht den Kompromiss
- Tormaschine Nistelrooy löst "orangen" Alarm aus
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Trotz des weiterhin schwelenden Konflikts um Luis Figo fiebert Veranstalter Portugal schon dem Halbfinal-Knüller im Lissabonner Alvalade-Stadion gegen die Niederlande entgegen. In die allgemeine Euphorie mischt sich aber auch gewisse Alarmstimmung wegen der Oranje-Tormaschine. "Ruud van Nistelrooy ist die gefährlichste Waffe des Gegners und der Mann, auf den wir höllisch aufpassen müssen", warnt Abwehrspieler Jorge Andrade. Trainer Scolari ist derzeit hingegen mit der Aufarbeitung des Themas Figo beschäftigt.
Der Weltmeistermacher von 2002 schmiert dem schmollenden Superstar Figo erneut Honig ums Maul. "Luis ist ein Idol, ein Nationalheld. Wenn wir über ihn reden, dann über jemanden, der sein Land verteidigt und alles dafür tut, was im Interesse Portugals ist", sagt der 55-jährige Teamchef über seinen Kapitän. Der Mittelfeldspieler absolviert unterdessen fleißig die Übungseinheiten auf dem Trainingsgelände von Sporting Lissabon.
Scolari verteidigte zuvor seine Entscheidung, den Alt-Star von Real Madrid im Viertelfinale nach 75 Minuten vom Feld geholt zu haben. "Ich habe getan, was nötig war, um das technische und physische Niveau der Mannschaft aufrecht zu erhalten."
Pauleta als Angriffsoption, Angst vor van Nistelrooy
Teamchef Luiz Felipe Scolari spielt mit dem Gedanken, den gegen England gesperrten Pauleta wieder in die Sturmspitze zu stellen. Die in Lissabon seit 1987 in 28 Spielen unbesiegten Hausherren, erwarten in der ausverkauften Arena ein Offensiv-Festival.
Mit seinen bisherigen vier EM-Toren hat vor allem ManU-Stürmer van Nistelrooy den Iberern einen Heidenrespekt eingeflößt. "Alle Angriffe der Niederländer laufen über Ruud", sagt Innenverteidiger Andrade, der wahrscheinlich die gegnerische Nummer zehn entschärfen soll. "Aber es wird nicht nur ein Kampf zwischen ihm und mir, sondern das ganze Team muss als Einheit auftreten, um ihn zu stoppen."
Mittelfeldspieler Deco glaubt unterdessen, dass der Heimvorteil zum entscheidenden Faktor gegen die Oranjes werden könnte. "Ich bin jetzt acht Jahre hier in Portugal, aber eine solche Unterstützung habe ich noch nie miterlebt. Die Fans schießen zwar keine Tore, aber sie machen 20 bis 30 Prozent unserer Leistung aus", sagt der gebürtige Brasilianer vom FC Porto. (apa/red)
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