Montag, 28. Juni 2004

Schock für Ralf Schumacher! Deutscher ist bei Crash nur knapp dem Tod entronnen

  • Schumi II: "Dann wäre ich jetzt nicht mehr da"
  • Deutschem droht eine Querschnittslähmung

Wohl nur knapp dem Tod entronnen ist Ralf Schumacher bei seinem Horror-Unfall in Indianapolis. Bei einem anderen Einschlagwinkel in die Betonmauer des Hochgeschwindigkeitskurses hätte er nach eigenen Angaben nicht überlebt. "Dann wäre ich jetzt nicht mehr da", sagte der Deutsche. Trotzdem denkt der Williams-BMW-Pilot keinesfalls an ein Ende seiner Formel-1-Karriere.

Allerdings kündigte Ralf Schumacher an, die medizinische Behandlung in den USA werde "ein Nachspiel haben". Unterdessen riet ein geschockter Michael Schumacher vor dem Großen Preis von Frankreich an diesem Wochenende seinem Bruder zu einer längeren Rennpause.

Ralf Schumacher und sein Manager Willi Weber werfen den Ärzten an der Rennstrecke und dem Methodist Hospital von Indianapolis indirekt schwer wiegende Fehler vor. Die Mediziner hatten nur eine schwere Gehirnerschütterung und Prellungen im Rückenbereich festgestellt. Erst eine erneute eingehende Untersuchung in der Sportklinik in Bad Nauheim hatte am Montag - acht Tage nach dem Crash - die niederschmetternde Diagnose ergeben, dass sich Schumacher bei dem Aufprall in die Betonmauer rückwärts in spitzem Winkel mit etwa 300 km/h auch zwei Wirbel gebrochen hatte.

"Es hat uns am meisten geärgert, dass das in den USA nicht festgestellt wurde. Er ist falsch transportiert worden", sagte Weber dem Fernsehsender SAT.1. Sein Schützling habe auch viel zu früh die Erlaubnis erhalten, zurückfliegen zu können. "Er hätte nicht transportiert werden dürfen." Schumacher durfte bereits einen Tag nach dem schweren Unfall am 20. Juni in seine Wahl-Heimat Salzburg zurückfliegen.

Dennoch strebt der sechsfache Grand-Prix-Sieger, der mit acht bis zwölf Wochen Pause rechnen muss, möglichst schnell ins Cockpit zurück. "Ich gehe schon davon aus, dass es noch dieses Jahr sein wird", erklärte er. "Es hängt aber auch davon ab, wie schnell meine Wirbelsäule verheilt." Angst habe er wegen des Unfalls nicht, versicherte Ralf Schumacher, sonst würde er "sofort mit der Formel 1 aufhören".
(apa/red)

28.6.2004 15:04
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