Noch nicht einmal gestartet,schon Doping- fall: Gonzalez von Tour ausgeschlossen
- Blutwerte wiesen Unregelmäßigkeiten auf
- Radler soll neues Mittel "Cera" eingenommen haben
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Tour de France steht im Zeichen des Dominators
Schon vor dem Start der 91. Tour de France am Samstag in Lüttich hat die Doping-Diskussion neue Nahrung bekommen. Der 26-jährige Baske Gorka Gonzalez aus dem Euskaltel-Team des Tour-Mitfavoriten Iban Mayo wurde nach dem obligatorischen Medizin-Check aller 189 vorgesehenen Starter von der Tour ausgeschlossen.
Er wurde am Donnerstag von den Veranstaltern als "unfit" deklariert. Wahrscheinlich wiesen seine Blutwerte Unregelmäßigkeiten auf, die einen Doping-Verdacht nahe legen.
Die in Doping-Fragen immer bestens informierte französische Zeitung "Le Monde" berichtete in ihrer Donnerstag-Ausgabe von einem neuen "Super- Epo", das in Fahrer-Kreisen kursieren soll. Das zum Blut-Doping geeignete Präparat gegen Anämie und Blutkrebs sei noch in der medizinischen Erprobungsphase, auf dem Schwarzmarkt in Italien aber bereits erhältlich. Das von einem Schweizer Pharma-Konzern hergestellte Mittel ("Cera") soll erst 2007 auf den Markt kommen.
Anders als andere Präparate zur Erhöhung der Zahl der roten Blutkörperchen und damit zur Steigerung der Sauerstoff-Transport-Kapazität im Blut sei "Cera" bei keiner Kontrolle nachzuweisen. Außerdem würde eine gespritzte Dosis für die Dauer der gesamten Tour de France reichen. "Andere Mittel, die dazu noch eine geringere Wirkung hätten, müssten zwei bis drei Mal nachgespritzt werden", zitierte das angesehene Blatt Professor Michel Audran aus Montpellier.
Trotz der angekündigten harten Politik des Tour-Direktoriums, Fahrer, gegen die in Zusammenhang mit Doping ermittelt wird, vom Rennen auszuschließen, steht laut "Le Monde" trotzdem ein belasteter Profi am Start: Beim italienischen Team Alessio der Slowene Martin Hvastja, der seit dem Giro d'Italia 2001 im Fadenkreuz der Ermittler steht.
Bei einer vergleichbaren Polizei-Aktion vor drei Jahren war auch der Gerolsteiner-Star Davide Rebellin (Italien) mit einer versteckten Kamera aufgenommen worden. Die Aufnahmen zeigen laut "Le Monde", wie sich der Weltcup-Spitzenreiter selbst eine Spritze setzt. Der Prozess gegen ihn beginnt am 6. Juli in Padua. Rebellin hatte seinen Tour-Verzicht bereits im April angekündigt. Von einem solchen Prozess ist dem Beschuldigten nichts bekannt: "Wir haben eben mit Rebellin in Monte Carlo telefoniert. Er ist gerade aus dem Urlaub zurück. Er hat in Monte Carlo weder eine Vorladung von einem Gericht vorliegen noch weiß er, warum er beschuldigt werden soll", erklärte sein Team-Chef Hans-Michael Holczer am Donnerstag in Lüttich.
Wegen laufender Ermittlungen sind folgende Profis, die als sichere Tourstarter galten, von ihren Teams nicht benannt worden: Cedric Vasseur (Frankreich) von Cofidis sowie die Italiener Danilo di Luca, Eddy Mazzoleni und Alessandro Spezialetti von Saeco, Mario Scirea und Alessio Galetti von der Cipollini-Mannschaft Domina Vacanze und Fabio Sacchi, Team-Kollege vom italienischen Super-Sprinter Alessandro Petacchi.
(apa)
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