Mittwoch, 30. Juni 2004

Vom Letztplatzierten bis zu Gesamtdritten: Österreichs Tour-Bilanz durchwachsen

  • Größten Erfolg feierte bisher Max Bulla mit Etappensieg
  • Gerhard Schönbacher wurde 1979 und 1980 Letzter

Den ganz großen Coup hat bei der Tour de France noch kein Österreicher gelandet, doch mehrere Fahrer haben mit ihren Vorstellungen in der 101-jährigen Geschichte der "Großen Schleife" bedeutende Kapitel heimischer Radsportgeschichte geschrieben. So etwa Max Bulla, bisher einziger Österreicher im Gelben Trikot, Dolfi Christian als Gesamt-Dritter 1957, Gerhard Schönbacher als umjubelter Letzter 1979 und 1980 und schließlich Peter Luttenberger mit Platz fünf als beste ÖRV-Platzierung im modernen Radsport.

Bulla, der 1990 im Alter von 85 Jahren verstarb, feierte 1931 als "Unabhängiger" drei Etappensiege, eroberte nach dem Abschnitt über den Galibier sogar das erstmals 1919 vergebene Gelbe Trikot und rollte als Gesamt-15. in Paris ein. Adolf Christian schaffte die beste Gesamt-Platzierung eines Österreichers - 1957 war der Wiener, der vom Schweizer Team verpflichtet worden war, beim ersten Sieg des Fünffach-Gewinners Jacques Anquetil Dritter. Sport-Österreich lag ihm zu Füßen: Unter Ovationen drehte Christian, der nur 65 Jahre alt wurde, in Fußball-Stadien seine Runden.

Für Gerhard Schönbacher waren als Domestik von Assen wie Lucien van Impe und Bernard Thevenet Top-Platzierungen außer Reichweite. Dafür erreichte er 1979 und 1980 als Gesamt-Letzter große Popularität.

Die beste österreichische Platzierung in der "Radsport-Neuzeit" gelang Luttenberger 1996, als er als 23-Jähriger in seinem zweiten Profi-Jahr auf den fünften Gesamt-Rang fuhr. Vor vier Jahren durfte der Steirer mit seinem damaligen Team Once über einen Etappensieg im Mannschaftszeitfahren jubeln, im Vorjahr gewann er als Gesamt-13. mit seiner Mannschaft CSC die Teamwertung der Tour.
(apa)

30.6.2004 12:20