Mittwoch, 30. Juni 2004

Fecht-Europameisterschaft: Christoph Marik gewinnt Degen-Gold

  • Erstes EM-Gold im Fechten für Österreich seit 1993

Zweite Medaille für Österreich bei der Fecht-EM in Kopenhagen! Nach Bronze im Florett durch Michael Ludwig holt Christoph Marik im Degen-Bewerb sogar Gold!

Für Marik, den aktuellen Weltranglistendritten, war es nach Bronze 2000 die zweite EM-Medaille. Marik gelang das Husarenstück trotz eines großen Handicaps, der Olympia-Starter war nämlich durch eine Patellarsehnenentzündung im rechten Knie und eine Zerrung im hinteren Teil des rechten Oberschenkels geschwächt.

Mit Siegen über Meelis Loit (EST/15:11), Wouter Den Otter (NED/15:10), Magnus Malmgreen (SWE/15:14) und Sascha Ludwikowski (GER/15:12) zog Marik ins Achterfinale ein. Dort besiegte er den Ungarn Krisztian Kulcsar und hatte damit Bronze sicher. Der Österreicher lag gegen Kulcsar bereits mit 10:13 zurück, glich aber im letzten Moment noch aus und setzte im "Sudden Death" nach fünf Sekunden den Treffer zum 14:13. Knapp her ging es auch im Halbfinale, in dem er dank eines starken Finish den zweifachen Weltmeister und Olympiasieger 2000 Pawel Kolobkow aus Russland mit 15:14 ausschaltete.

Marik hat in seiner Karriere zehn Weltcupturniere gewonnen, vier davon in dieser Saison. Zwei Mal hat er den Gesamtweltcup (2001/02, 2002/03) geholt, im März 2003 kletterte er an die Spitze der Weltrangliste. Er zählt in Athen zu Österreichs aussichtsreichsten Anwärtern auf eine Olympiamedaille.

Die übrigen drei Degen-Herren schieden in Kopenhagen vorzeitig aus. Jörg Mathe besiegte zunächst in der ersten Hauptrunde im Österreicher-Duell Peter Hauswirth mit 15:11, verlor aber anschließend gegen den Ungarn Attila Fekete mit 9:15. Marcus Robatsch, der mit einem fünften Platz vom Weltcup aus Puerto Rico angereist war, unterlag zum Auftakt dem Ukrainer Bogdan Nikischin mit 7:15. Der gebürtige Kärntner musste mit einer geborgten Ausrüstung fechten, weil sein Gepäck nicht in Dänemark eingetroffen war.
(apa/red)

30.6.2004 19:06