Sonntag, 4. Juli 2004

Streit in Irak-Regierung: Debatte über Stationierung arabischer Truppen

  • Allawi, Schiiten und Kurden gegen Entsendung
  • Verschiebung zu Gunsten der Sunniten befürchtet

In der irakischen Übergangsführung bahnen sich Streitigkeiten in der Frage einer Stationierung arabischer Truppen im Land ab. Sowohl Premier Iyad Allawi als auch die schiitischen und kurdischen Regierungsmitglieder seien gegen jede Entsendung arabischer Truppen, berichtete die arabische Zeitung "Al Hayat" am Sonntag.

Sie befürchteten dadurch eine Verschiebung des Kräfteverhältnisses zu Gunsten der arabischen Sunniten, hieß es in dem Bericht. Regierungssprecher Guirgis Sada hingegen bezeichnete Angebote arabischer Staaten als "wichtig und positiv". Außenminister Hoshiyar Zebari erklärte in Bagdad, er begrüße zwar das Angebot der jemenitischen Regierung, sei aber gegen eine militärische Beteiligung von Nachbarstaaten des Irak, womit er auf Jordanien anspielte.

Zebari hat mehrere Nachbarstaaten beschuldigt, die Aufständischen in seinem Land aktiv zu unterstützen. In einem Interview der britischen Zeitung "The Sunday Telegraph" kündigte der Minister an, die Übergangsregierung werde in den kommenden Tagen Beweise dafür vorlegen.

Zebari kündigte an, dass der Irak sich nicht gegen im Lande stationierte US-Truppen stellen würde, falls das US-Militär diejenigen Nachbarländer angreifen würde, die die Aufständischen unterstützten. Die Regierung in Bagdad glaube, dass bis zu 10.000 verdeckte Agenten aus dem Ausland in den Irak eingesickert seien. (apa)

4.7.2004 14:34