Freitag, 2. Juli 2004

Militante Iraker rund um al Zarqawi lassen zwei verschleppte Türken wieder frei!

  • Geiseln versprachen nicht mehr für die USA zu arbeiten
  • Jordanien bereit Truppen nach Irak zu entsenden

Als erstes arabisches Land hat Jordanien sich grundsätzlich zur Entsendung von Truppen in den Irak bereit erklärt. Falls eine entsprechende Anfrage aus Bagdad käme, wäre es für Jordanien "sehr schwer, Nein zu sagen", sagte König Abdullah II. in einem Interview mit dem britischen BBC-Fernsehen.

Nach dem Machtwechsel und einem hoffentlich bald beginnenden Unabhängigkeitsprozess im Irak könne sich sein Land Bitten aus Bagdad um Unterstützung schlecht verweigern, sagte Abdullah II. "Meine Botschaft an die irakische Führung ist: Sagen Sie uns, was sie brauchen und wie wir helfen können. Dann werden Sie 110 Prozent Unterstützung von uns bekommen". US-Generalstabschef Richard Myers sagte, die USA müssten rund 145.000 Soldaten notfalls bis zu fünf Jahre im Irak stationiert lassen. Der Rückzug der US-Armee sei "ereignisabhängig, nicht zeitgebunden", sagte Myers dem Fernsehsender PBC.

Einen Tag nach dem ersten Gerichtstermin des irakischen Ex-Präsidenten Saddam Hussein wurden mehrere Hotels in Bagdad beschossen. Dabei wurde ein irakischer Passant verletzt. In der nordirakischen Stadt Samarra demonstrierten hunderte Anhänger Saddams. Die Menge protestierte gegen das Verfahren gegen den Ex-Präsidenten. Die Demonstranten riefen Parolen wie "Mit unserem Blut, mit unserer Seele, wir werden Saddam Hussein verteidigen" und priesen den Ex-Präsidenten als ruhmreichen Führer.

Unterdessen wurden die beiden letzten türkischen Geiseln freigelassen. Die beiden 26 und 27 Jahre alten Männer seien wohlauf und sollten im Laufe des Tages in die Türkei zurückkehren, meldete die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Botschaftsvertreter. Für ihre Freilassung sei kein Lösegeld gezahlt worden. (apa)

2.7.2004 10:17