Basejumping: Österreichische Fallschirm-springerin in Moskau außer Lebensgefahr
- Ärzte gaben sich allerdings noch vorsichtig
- Mit Schirm auf Balkon in 85m Höhe hängen geblieben
"Gehirnprellung mit Ödem" lautet die ärztliche Diagnose über den derzeitigen Gesundheitszustand von Christina G., jener Österreicherin, die bei einem Fallschirmsprung in Moskau schwer verunglückte. Die Situation sei ernst, es bestehe jedoch keine Lebensgefahr, hieß es aus der angesehenen Moskauer Botkin-Klinik, die für ihre effizient durchgeführten Notoperationen bekannt ist und auch einige der Opfer des Nordost-Geiseldramas von Oktober 2002 in Obhut genommen hatte. Auf Grund des Ödems könne sich der Gesundheitszustand allerdings jederzeit ändern und auch Lebensgefahr auftreten.
Dass die körperliche wie psychische Verfassung der verunglückten Österreicherin relativ gut ist, zeigen auch deren erste Regungen nach dem Unfall. So nahm Christina G. russischen Nachrichten zufolge heute schon per Mobiltelefon Kontakt mit ihrem Freund auf. Nach Angaben des Pressesprechers der österreichischen Botschaft in Moskau, Wolfgang Banyai, sind mittlerweile auch die Eltern der Extremsportlerin in der Klinik eingetroffen. Der Vater war noch gestern Abend, einige Stunden nach dem Unfall, vom Bürgerservice des österreichischen Außenministeriums über das Unglück informiert worden.
Dementiert werden mussten erste Meldungen einer russischen Nachrichtenagentur, wonach es sich beim Unglückssprung um eine Einzelaktion sowie einen Rekordversuch der Österreicherin gehandelt habe. Vielmehr war es eine Basejump-Veranstaltung mit internationaler Beteiligung, wovon der Ostankino-Fernsehturm nur eine Station dieses Wettbewerbs bildete. Wie Bilder des russischen Senders ORT offenbarten, verhedderte sich der bereits offene Fallschirm der Österreicherin in einem am Turm fixierten Gerüst. G. schlug folglich mit voller Wucht gegen den Betonklotz und pendelte regungslos und mit blutverschmierten Gesicht minutenlang hin und her.
Rätselraten besteht weiterhin über den Auslöser des Unfalls. Die Argumentationen reichen von "menschlichem Versagen", welches sich durch eine falsche Steuerung des Fallschirmes manifestiert habe bis hin zur "Opfer-Theorie": die Sportlerin sei einer plötzlich aufkommenden Windböe ausgesetzt gewesen, die Christine G. nicht weit genug weg vom Turm springen ließ. (apa/red)
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