So sieht Iraks Ex-Dikator heute aus: Saddam Hussein trat vor Haftrichter auf!
- "Bush ist der wahre Verbrecher, Kuwaitis sind Hunde"
- Die TV-BILDER: Saddam mit Vollbart bei Verhandlung

·BILDER: So sieht Saddam heute aus!
Ex-Diktator mit gepflegtem Vollbart bei Verhandlung!
·Wichtigste Punkte der Saddam-Anklage
Kuwait-Invasion, Einsatz chemischer Waffen etc.
·Saddam und seine 11 Gefolgsleute
Auch Prozess gegen Tarek Aziz und "Chemical Ali"
·"Enorme Mengen von Dokumenten"
Allawi: Umfangreiches Material belastet Saddam
Der irakische Ex-Staatschef Saddam Hussein ist in Bagdad erstmals einem irakischen Haftrichter vorgeführt worden. Der ehemalige Machthaber wehrte bei seiner ersten gerichtlichen Anhörung alle gegen ihn gerichteten Vorwürfe ab. Saddam muss sich in Bagdad vor einem Sondergericht wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Ihm droht die im Irak wieder eingeführte Todesstrafe. US-Präsident George W. Bush hat sich indes über den Beginn des Verfahrens zufrieden gezeigt.
Bush sei "erfreut" darüber, dass Saddam Hussein und mehrere seiner engen Gefolgsleute wegen ihrer "Gräueltaten" vor ein irakisches Gericht gestellt würden, sagte der Sprecher des Weißen Hauses.
Dies sei "ein wichtiger Schritt, der den Irakern helfen wird, die düstere Vergangenheit der brutalen Diktatur Saddam Husseins zu überwinden". Der Ex-Präsident werde sich einer Justiz stellen müssen, die er selbst seinem Volk und den "hunderttausenden Irakern, die unschuldig Opfer seiner Brutalität geworden sind," verweigert habe.
Saddam vor dem Richter
Fernsehsender haben zuvor erstmals wieder den entmachteten irakischen Staatschefs seit dessen Ergreifung im Dezember vergangenen Jahres gezeigt. Im US-Nachrichtensender CNN war Hussein vor dem irakischen Sondertribunal zu sehen, wie er offenbar Stellung zu der gegen ihn erhobenen Anklage nahm. Das Band wurde allerdings ohne Ton abgespielt.
Der 67-Jährige Saddam trug einen anthrazitfarbenem Anzug und ein weißes Hemd ohne Krawatte. Der deutlich ergraute Vollbart war gestutzt, Hussein sichtlich schlanker als zu seiner Amtszeit. Die bis dahin letzten Bilder von Saddam Hussein zeigten ihn kurz nach seiner Festnahme im Dezember in einem Erdloch nahe Tikrit mit langen zerzausten Haaren. CNN lag eine Fassung ohne Ton vor, so dass die Äußerungen des ehemaligen irakischen Präsidenten nicht zu hören waren. Saddam Hussein wirkte konzentriert. Der Richter, der ihn befragte, war von hinten zu sehen. Zwischendurch machte sich der Ex-Staatschef Notizen auf einem Zettel.
Niedergeschlagen aber streitlustig
Die Anhörung Saddams dauerte etwa eine Stunde. Anwesende Reporter beschrieben den früheren irakischen Präsidenten, der in Handschellen und Ketten von zwei Wachmännern in das Gerichtsgebäude geführt wurde, als niedergeschlagen, aber auch streitlustig. Saddam, der in Zivil gekleidet war, habe die Rechtmäßigkeit des irakischen Gerichts nicht anerkannt. "Dies ist alles Theater, der wahre Verbrecher ist Bush", habe Saddam gesagt, die Invasion Kuwaits verteidigt und die Kuwaitis als "Hunde" beschimpft.
Saddam wurde nicht von Anwälten bei der Anklageverlesung vertreten. Er lehnte es nach Worten der anwesenden Reporter ab, Gerichtsdokumente zu unterschreiben, die ihm vorgelegt wurden. Die formelle Anklageschrift wird voraussichtlich erst in einigen Monaten fertig sein. Sie wird vermutlich unter anderem Kriegsverbrechen, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit beinhalten. Neben dem Ex-Präsidenten müssen sich unter anderem der frühere Vize-Ministerpräsident Tarek Aziz und Saddams als "Chemie-Ali" bekannt gewordener Cousin Hassan Ali Al-Majid verantworten.
Zu den Vorwürfen gegen Saddam gehören die Massaker an den Kurden 1988, der irakische Einmarsch in Kuwait 1990 und der Krieg gegen den Iran von 1980 bis 1988. Die Iraker werfen dem früheren Staatschef zudem vor, mit Hilfe führender Mitglieder der Baath-Partei während der 35-jährigen Herrschaft hunderttausende Menschen gefoltert und getötet zu haben. (apa/red))
Wetter in Österreich08:07
Es trübt sich einWoche nach Pfingsten unbeständig. Sonne, Regen und Gewitter - alles ist möglich.
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
