Schiffsunfall im Hamburger Hafen: Austritt von Schwefelsäure verletzt 10 Menschen
- Zusammenstoß mit Containerschiff als Ursache
- Acht Hafenarbeiter und zwei Polizisten betroffen
Bei einem Schiffsunglück im Hamburger Hafen sind am Montagabend elf Menschen verletzt worden. Ein mit Schwefelsäure beladenes Tankschiff war mit einem Containerschiff zusammengestoßen und so stark gekentert, dass es kieloben lag.
Wie die Norddeutsche Affinerie (NA) als Eigentümer des Tankers am Dienstag mitteilte, sind die Säuretanks unbeschädigt, aber ein Teil der Ladung von 960 Tonnen Schwefelsäure sei über die Be- und Entlüftungsanlagen dennoch ausgeflossen. Durch die Dämpfe erlitten neun Hafenarbeiter und zwei Polizisten Atemwegverätzungen, wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte.
Fischsterben
Kurz nach dem Unfall kam es in unmittelbarer Nähe des Tankers zu einem Fischsterben. Nach Angaben der Affinerie führte die ausgetretene Schwefelsäure im Wasser zur Veränderung des pH-Werts von sieben auf fünf. Am Montagmorgen wurde mit den Bergungsarbeiten begonnen. "Der kritische Moment wird sein, wenn das Schiff gehoben wird", erklärte Feuerwehrsprecher Peter Braun. Sollte das Schiff dann auseinander brechen, droht dem Hafen eine Umweltkatastrophe. Der angeforderte Schwimmkran aus Bremerhaven wurde gegen Mittag erwartet.
Der Tanker "ENA 2" war am Montag gegen 18.35 Uhr mit dem Containerschiff "Pudong Senator" kollidiert, das den Hafen Richtung Nordsee verließ. Die "ENA 2" sei speziell für den Transport von Schwefelsäure konzipiert und zur Sicherheit doppelwandig gebaut, berichtete die NA. Nach dem Unfall sei es der aus dem Schiffsführer und einem Bootsmann bestehenden Besatzung gelungen, den Tanker zur Anlegestelle zu bringen und an der Kai-Anlage festzumachen.
Riss in der äußeren Haut löste Unglück aus
Durch einen Riss in der äußeren Stahlhaut sei Wasser in den Hohlraum zwischen Säuretanks und Schiffswand eingedrungen und habe das Kentern des Schiffs verursacht, hieß es weiter. Die Schwefelsäure soll laut NA abgepumpt und zur Affinerie zurücktransportiert werden.
(apa)
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