Neue Welle der Gewalt in Nahost: Raketen explodierte in einem Kindergarten: 2 Tote!
- Erstmals Israelis bei palästinensischen Angriffen mit selbstgebauten Raketen getötet
·Gaza: Bei Anschlag ein Israeli getötet
Zwei Tote bei Angriff auf palästinensische Siedlung
Eine Welle der Gewalt tobt im Gaza-Streifen. Beim Einschlag einer palästinensischen Rakete vor einem Kindergarten der israelischen Grenzstadt Sderot sind am Montag ein dreijähriger Bub und ein 50-jähriger Mann getötet worden. Sieben weitere Israelis in der am Gazastreifen gelegenen Stadt, darunter die Mutter des Jungen, wurden verletzt. In der seit fast vier Jahren andauernden Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern war es der erste von Dutzenden palästinensischen Angriffen mit selbst gebauten Raketen, bei dem auf israelischer Seite Menschen ums Leben kamen.
Ministerpräsident Ariel Sharon rief sein Kabinett zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen, was als Vorzeichen für eine harte israelische Reaktion galt. Die militante palästinensische Organisation Hamas übernahm die Verantwortung für den Raketenangriff, bei dem ein zweites Geschoss in der Nähe eines Einkaufszentrums einschlug. Diese Rakete richtete Sachschaden an.
Sharon will Abzug aus Gazastreifen beschleunigen
In einer nichtöffentlichen Sitzung mit Parlamentsabgeordneten bekräftigte Sharon seine Entschlossenheit, den geplanten israelischen Abzug aus dem Gazastreifen zu beschleunigen. Jüdische Siedler, die den Gazastreifen freiwillig verlassen, können nach Angaben des Abgeordneten Haim Ramon ab Dienstag mit einer Entschädigungszahlung rechnen. Dasselbe gelte für die zur Räumung vorgesehenen Siedlungen im nördlichen Westjordanland. Nach dem ursprünglichen Zeitplan sollten die ersten Siedler im August nach Israel zurückkehren. Der Rückzug aus dem Gazastreifen soll bis Herbst kommenden Jahres abgeschlossen sein.
Anschlag auf Militärposten
Bei einem palästinensischen Angriff auf einen Militärposten wurde zuvor ein Soldat getötet, fünf weitere wurden verletzt. Die Angriffer hatten einen 350 Meter langen Tunnel zu dem Posten in der Mitte des Gazastreifens gegraben und dann eine mehrere hundert Kilogramm schwere Sprengladung gezündet. Brigadegeneral Schmuel Sakai sagte, der Posten sei mit eigenen Tunnels gesichert gewesen. Die Palästinenser hätten sich unter diesen durchgegraben und seien so zu ihrem Ziel gekommen.
Zu dem Anschlag bekannten sich die Hamas und die Al-Aksa-Brigaden. "Dies ist eine Botschaft an Scharon, dass unsere Kämpfer den Heiligen Krieg fortsetzen werden, bis wir sie (die Israelis) von unserem Land vertrieben haben", sagte ein Al-Aksa-Sprecher der Nachrichtenagentur AP. Es handle sich um eine Vergeltungsaktion für die Liquidierung von Hamas-Führer Scheich Ahmed Yassin und dessen Nachfolger Abdelaziz Rantizi sowie anderen militanten Kämpfern.
Bei Vergeltungsschlag starben vier Palästinenser
Die israelischen Streitkräfte sperrten danach die Nord-Süd-Verbindungsstraße des Gazastreifens. Bei Zusammenstößen wurden vier Palästinenser getötet. Hubschrauber schossen zehn Raketen auf zwei Metall verarbeitende Betriebe in Gaza ab, die von den Streitkräften als mutmaßliche Waffenschmieden bezeichnet wurden. In der Umgebung des gesprengten Militärpostens zerstörten israelische Truppen zehn Häuser. In Gaza-Stadt strömten rund 2.000 Menschen auf die Straßen, um den Anschlag zu feiern.
(apa)
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