Haubner am FPÖ-Sonderparteitag: "Am Schopf packen und aus der Krise ziehen"
- Stadler will in Parteivorstand: "War abgesprochen"
- SP-Darabos zu FP-Team: "Wahlverlierer & Rechte Räte"
·SP übt Kritik an FP und Wahlergebnis
Kombination aus 'Wahl-verlierern & Rechten Räten'
·Stadler verzichtet auf Kandidatur
Der Volksanwalt wird Leiter der Partei-Akademie
·profil: Strache hätte
viel anders gemacht
Bekenntnis zur Koalition, aber "mehr soziale Wärme"
·Ruhiger Auftakt zu FPÖ-Sonderparteitag
Am Nachmittag folgt die Wahl der Parteispitze
·Heinz-Christian Strache im Porträt
35-Jähriger ist bereits seit 1991 in der Politik vertreten
·Wichtige Infos zu Günther Steinkellner
Oberösterreicher betreibt Oppositionspolitik in OÖ
·Porträt: Shooting Star Uwe Scheuch
3 Jahre in der Politik und schon Generalsekretär
·Für 34 Prozent ist Haubner ungeeignet
FORMAT: Nur 37% sehen sie als FP-Chefin geeignet
·Haider spricht vor Parteitag Klartext
Verzicht auf übersteigerte Ideologie: "Keine Taliban"
Ursula Hauber erteilte in ihrer Rede zum Auftakt des Sonderparteitags der äußeren Rechten eine Abfuhr. Sie warnte vor einer "sektiererischen Haltung zu einer reinen Lehre, die es in der Sache nicht geben kann." Herbert Haupt, der am Sonderparteitag seinen Hut als Obmann nimmt, appellierte in seiner Abschlussrede an seine Partei, einen "Neuanfang umzusetzen und auch zu leben". Ewald Stadler sorgt nicht mehr für Unruhe, er wird Chef der Partei-Akademie, soll in den Bundesvorstand kooptiert werden ("War abgesprochen") und verzichtet auf die Kandidatur als Partei-Vize.
Haubner forderte die mehr als 500 Delegierten auch auf, sich nicht bloß auf die Kernschicht zu konzentrieren und warb für ihre Wahl mit dem Slogan " Ich bin eine, die ein großes freiheitliches Herz hat".
Offensichtlich ist für Haubner, dass sich nur die Partei selbst helfen kann, um wieder an frühere Erfolge anzuschließen: "Heute ist für uns die Möglichkeit, die Dinge am Schopf zu packen und uns selbst aus der Krise zu ziehen, denn helfen wird uns niemand". Dabei spüre sie am heutigen Parteitag auch den großen ungebrochenen freiheitlichen Willen, an die gute alte Zeit anzuschließen.
Eindringlich warb Haubner auch für den Verbleib der FPÖ in der Regierung. Dass die Freiheitlichen aus dieser Position Erfolge erreichen können, habe Landeshauptmann Jörg Haider ihr vor wenigen Monaten in Kärnten gezeigt. In diesem Zusammenhang warnte die künftige Obfrau auch davor sich auf die Kernschichten zu konzentrieren. Denn von den 42 Prozent der FPÖ-Wähler in Kärnten gehörten vielleicht 15 Prozent zu dieser Gruppe.
Haupt: Neuanfang umsetzen
Der scheidende Obmann Herbert Haupt bedankte sich in seiner Abschlussrede für die Zusammenarbeit und appellierte an seine Partei "einen Neuanfang umzusetzen und auch zu leben".
Anstatt die im Juli in Kraft getretene Steuerreform zu bewerben, habe sich die FPÖ, so Haupt, mit internen "Animositäten" beschäftigt: "Mit dieser symptomatischen Haltung des 1. Juli muss Schluss sein, damit Uschi Haubner eine faire Chance bekommt."
Scharfe Kritik übte Haupt, freilich ohne die Namen der Adressaten zu nennen, am offenen Richtungsstreit seit der EU-Wahl. "Jeder, der im stillen Kämmerlein sitzt, sollte sich fragen: ist er wirklich so ein wichtiger Faktor, dass ihn eine Zeitung anruft und zur Situation der Freiheitlichen Partei befragt." Und, wohl in Richtung des kurz zuvor am Parteitag eingetroffenen Volksanwaltes Ewald Stadler gerichtet: "Ich wünsche mir, dass es keinen Freiheitlichen mehr gibt, der den Weg der inneren Zerstörung geht."
Derzeit befinde sich die Partei "unzweifelhaft in einer schwierigen Phase", räumte der Sozialminister ein. "Die letzten zwei Jahre waren für mich als Bundesparteiobmann nicht leicht." Gleichzeitig legte Haupt ein Bekenntnis zur Regierungsbeteiligung ab: "Die Menschen wollen, dass wir Verantwortung übernehmen und Verantwortung tragen." Angesichts der Steuerreform und der im Europavergleich niedrigen Arbeitslosigkeit habe es sich "gelohnt, dass die Freiheitlichen in der Regierung geblieben sind". (apa/red)
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
