Samstag, 3. Juli 2004

Ruhe vor dem Sturm? Entspannter Auftakt des FPÖ-Sonderparteitags in Linz

  • Stadler will in Bundesvorstand, dann kandidiert er nicht
  • Strache im "profil": "Hätte vieles anders gemacht"

Überraschend ruhig hat der Sonderparteitag der FPÖ in Linz begonnen. Hatte es in den letzten Tagen immer wieder Wirbel um Stadler und den rechten Flügel der Partei gegeben, so scheint jetzt alles in ruhigen Bahnen zu verlaufen. Höhepunkt ist am Nachmittag due Wahl von Haupt-Nachfolgerin Ursula Haubner, und die ihrer designierten Stellvertreter Strache und Steinkellner. Ewald Stadler will auf eine Kandidatur verzichten, sollte er in den Bundesparteivorstand kooptiert werden.

Die Eröffnungsworte blieben wie immer dem örtlichen Landeschef vorbehalten. Steinkellner bedankte sich dabei vor allem bei Haupt: "Was du in den letzten Jahren für die freiheitliche Partei geleistet hast, ist unbeschreiblich." Bei Haubner würdigte der Landeschef: "Die Uschi zeigt uns, wie man in schwierigen Zeiten auch ein Stahlbad bestehen kann." Großes Lob gab es auch für den neuen Generalsekretär Uwe Scheuch, der in der gestrigen Bundesparteileitung "mit seiner Eloquenz und Rhetorik bereits brilliert hat."

Steinkellner drückte auch seine Hoffnung aus, dass am heutigen Parteitag die richtigen Weichenstellungen getroffen werden: "Wenn wir unsere Kraft gemeinsam bündeln, garantieren wir, dass wir die dritte Kraft im Land bleiben können und wieder so stark wie früher werden."

Die Eröffnungsrede des designierten Obmann-Stellvertreters war allerdings nicht frei von kleinen Pannen. Die neue Justizministerin wurde von ihm als "Karin Miklatsch" (richtig: Miklautsch) begrüßt und auf die Obmänner von Salzburg, Karl Schnell, und Tirol, Willi Tilg, vergaß er zunächst überhaupt.

Stadler noch nicht in Linz
Etwas absurd war die Situation um Volksanwalt Ewald Stadler, der erst heute auf die Kandidatur als Obmann-Stellvertreter verzichtet hat. Der frühere Klubchef wurde von Parteichef Herbert Haupt zwar offiziell begrüßt und vom Parteitag mit einem außerordentlichen Rederecht ausgestattet, der Volksanwalt war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht einmal in Linz eingetroffen. Ganz auf die Reise in die oberösterreichische Hauptstadt verzichtet hat der scheidende Parteivize Thomas Prinzhorn.

Laute Töne waren diesmal beim Parteitag nicht einmal am Rande zu hören. Auf kesse Pop-Klassiker wurde verzichtet, stattdessen wurden die Delegierten mit einer kleinen Blasmusik-Kapelle aus Haubners Heimatort Bad Hall begrüßt.

3.7.2004 11:29