Samstag, 3. Juli 2004

Heinz-Christian Strache im neuen profil: "Hätte vieles anders gemacht"

  • Neo-FP-Vize fordert Verbesserungen in Koalitionsarbeit
  • Kärntner FP-Modell nicht eins zu eins umlegbar

In einem Interview in der neuen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" bekennt sich Wiens FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache zur Koalition mit der ÖVP: "Wenn man Verantwortung übernommen hat, dann darf man sich nicht aus der Verantwortung stehlen." Allerdings sei es notwendig, in der Regierung künftig vieles besser zu machen als bisher. Strache fordert in diesem Zusammenhang "mehr soziale Wärme", eine bessere Altenbetreuung und eine Sicherheitsoffensive.

Zu Bundeskanzler Wolfgang Schüssel habe er, Strache, kein persönliches Verhältnis, so der FPÖ-Politiker im "profil"-Interview: "Ich habe in meinem Leben noch nie das zweifelhafte Vergnügen gehabt, mit ihm zu plaudern."

In die FPÖ-Regierungsumbildung sei er nicht eingebunden gewesen: "Wäre ich in den Entscheidungsprozess eingebunden gewesen, hätte ich aber doch vieles anders gemacht", sagt der Wiener FP-Obmann. Konkrete Kritik möchte er aber nur in den Gremien äußern.

Die Karriere-Avancements von Kärntnern in der FPÖ und im Umfeld der Partei, wie zuletzt jene der neuen Justizministerin Karin Miklautsch, beurteilt Strache im "profil"-Interview reserviert: "Ich habe manchmal den Eindruck, dass man das Kärntner Erfolgsmodell eins zu eins auf die Bundesebene umlegen will. Ich glaube nur, dass das nicht funktionieren kann." Man sollte auch die anderen Landesgruppen stärker integrieren. Und als "Schritt in die Zukunft" sollten weitere "kluge Köpfe" besser in die Parteihierarchie eingebunden werden. Strache nennt Barbara Kappel, die Bürochefin von Nationalratspräsidenten Thomas Prinzhorn, den Universitätsprofessor Willi Brauneder und die Hauptverbandsgeschäftsführerin Beate Hartinger.

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3.7.2004 08:32