Günther Steinkellner: Ein loyaler Weggefährte mit Saniererqualitäten
- Oberösterreicher betreibt Oppositionspolitik im Landtag
Mit Günther Steinkellner könnte ein Freiheitlicher stellvertretender Parteichef werden, dessen Mitstreiter damit rechnen können, eine loyalen Weggefährten mit Sanierqualitäten an ihrer Seite zu haben. Steinkellner hat nach Knittelfeld im Jahr 2002 an der Spitze der oberösterreichischen Freiheitlichen erfolgreich die Wogen innerhalb seiner Landesorganisation geglättet und kann auf eine breite Unterstützung der Mitglieder verweisen.
Steinkellner hat den Auf- und Abstieg der FPÖ miterlebt. In die oberen Etagen der Freiheitlichen eingestiegen ist der 42-jährige Sohn eines Eisenbahners und gelernte Jurist im Jahr 1989, als er Klubdirektor des Freiheitlichen Parlamentsklubs wurde. Später wurde er Landtagsabgeordneter in Oberösterreich und dort Klubobmann der FPÖ-Fraktion. Seit September 2002 ist er Mitglied des Bundesvorstands sowie Landesparteiobmann der FPÖ. Er folgte in dieser Funktion Hans Achatz nach, dem ein Teil der FPÖ-Funktionäre vorgeworfen hatte, einer der Drahtzieher beim so genannten "Putsch von Knittelfeld" gewesen zu sein. Achatz hatte dies zwar zurückgewiesen, sich aber trotzdem entschlossen, als FPÖ-Chef von Oberösterreich seinen Hut zu nehmen.
Am 6. März 2003 wurde Steinkellner Landesrat für Umweltschutz, Frauen und Konsumentenschutz. Nach der Landtagswahl im Herbst des Vorjahres, die der FPÖ den vierten Platz hinter den Grünen bescherte sowie den Verlust der zwei Sitze in der Landesregierung und im Landtag eine Halbierung von acht Mandaten auf nun mehr vier, wurde er wieder Klubobmann. Er stellte die Partei auf die Rolle der "harten Opposition" im Landtag ein und kündigte ein Comeback der FPÖ an: "Wir sind im ländlichen Bereich immer noch fünf Mal so stark wie die Grünen und wir werden es auch wieder im Land werden." ÖVP und SPÖ machte er darauf aufmerksam, sie sollten nicht glauben, dass die Freiheitlichen jetzt ein "einfacher Partner'" seien. Bei den nachfolgenden Urnengängen - Arbeiterkammerwahl und EU-Wahl - gab es jedoch keine Trendänderung.
Aber Steinkellner schaffte es, die nach Knittelfeld aufgeheizte Stimmung innerhalb der FPÖ Oberösterreich zu beruhigen. Es gelang ihm, die Parteiorganisation den nach der Landtagswahl geschrumpften finanziellen Möglichkeiten anzupassen. Er macht nach eigener Aussage Politik "mit dem Herzen" und ist mit vollem Elan dabei. Dennoch fällt er seine Entscheidungen kaum spontan, sie sind meist reiflich überlegt. Er versucht auch in kritischen Situationen seine Emotionen zu beherrschen, auch wenn es ihm sichtlich nicht immer leicht fällt. Dazu passt, dass er an den öffentlich geführten Personaldiskussionen der FPÖ nicht teilnimmt. "Das wird in den zuständigen Gremien besprochen", winkt er bei Journalistenanfragen gerne ab. Palastrevolutionen sind seine Sache nicht, er gilt als loyaler Weggefährte.
Seine Haltung und seine bisherigen Leistungen belohnten die Delegierten auch beim vergangenen Landesparteitag: Nach einigen pro und contra-Wortmeldungen wurde er mit 84,5 Prozent Zustimmung wieder zum Landesparteiobmann gewählt. (apa/red)
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