Großer Schlag gegen internationale Schlepperorganisation in Niederösterreich
- 12 Haft- und 15 Hausdurchsuchungsbefehle vollzogen
- 150 Kinder wurden aus der Türkei verschleppt
Zwölf Haft- und 15 Hausdurchsuchungsbefehle in Österreich, Deutschland und Tschechien vollzogen: Diese Bilanz hat die Kriminalabteilung NÖ im Zusammenhang mit seit März laufenden Ermittlungen gegen eine international tätige Schlepperorganisation gezogen. Der Ring soll "seit mindestens 2002" aktiv gewesen sein.
Der Ring soll darauf spezialisiert gewesen sein, vorwiegend türkische Staatsbürger kurdischer Abstammung nach Österreich und in andere Länder der EU zu schleppen. Einem Bericht der "Kronenzeitung" zufolge haben die Verdächtigen u.a. 150 Kinder aus der Türkei "verschleppt". Die Bandenmitglieder geben an, sie zu ihren Eltern gebracht zu haben.
"Die mutmaßlichen Kinderhändler konnten keinen einzigen Beweis dafür liefern", zitiert das Blatt einen Ermittler. Fest stehe nur, dass die Kinder ebenso wie 350 Erwachsene von Österreich weiter nach Deutschland, Frankreich und Belgien gebracht worden seien. Der "Krone" zufolge laufen jetzt Ermittlungen, "ob Kinder an Pädophile weitergereicht, für Kindersex-Videos missbraucht wurden oder ein anderes Martyrium erlitten haben".
Bei den zwölf Inhaftierten handelt es sich laut dem Zeitungsbericht um sechs Türken, vier Niederösterreicher und zwei Tschechen. Die Kinder seien per Flugzeug aus dem Südosten der Türkei weggebracht worden, in Begleitung weiblicher Schlepperinnen, die sie als ihre eigenen ausgaben. An Bord seien die Kinder mitunter mit Medikamenten ruhig gestellt worden.
Den Ermittlungen zufolge mussten pro Person bis zu 6.000 Euro bezahlt werden, für Kinder 2.500 Euro. Laut Kriminalabteilung sind der Organisation 500 Schleppungen nachgewiesen worden. (apa)
