Freitag, 2. Juli 2004

FPÖ-Parteitag läuft: Stadler verzichtet auf Kandidatur und wird Akademie-Leiter

  • Strache im "profil": "Hätte vieles anders gemacht"

Das freiheitliche Team für den Parteitag steht: Die designierte Obfrau Ursula Haubner präsentierte nach einer Vorstandssitzung in Linz den Wiener Obmann Heinz-Christian Strache und den oberösterreichischen Vorsitzenden Günther Steinkellner als ihre Stellvertreterkandidaten. Neuer Generalsekretär wird der Kärntner Nationalratsabgeordnete Uwe Scheuch. Ewald Stadler will nicht kandidieren, wenn er in den Bundesparteivorstand kooptiert wird.

Das künftige Führungsteam der Freiheitlichen war lange geheim geblieben. Böse Zungen meinen, weil man bis dahin noch nicht einmal wusste, wer überhaupt den Stellvertreter machen will. Einige Absagen mussten verzeichnet werden, zuletzt dem Vernehmen nach vom Kärntner Landeschef Martin Strutz, dem burgenländischen Obmann Stefan Salzl und von Länderkoordinator Hilmar Kabas.

Schließlich blieben Haubners alter Weggefährte Steinkellner und - als Angebot an den rechten Rand der Partei - Strache über. Letzterer wurde von Haubner als "junges dynamisches Zeichen in Richtung Erneuerung" gepriesen. Bei Steinkellner hob die ehemalige oberösterreichische Landesrätin hervor, mit ihm in der langjährigen Zusammenarbeit beste Erfahrungen gemacht zu haben. Auf seine Loyalität und diese Erfahrung habe sie nicht verzichten wollen.

Strache selbst bekennt sich grundsätzlich zur Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen und auch zum geltenden Regierungsprogramm. Gleichzeitig fügte er aber an, dies bedeute nicht, dass man nicht beim Feinschliff noch nachjustieren könne.

Scheuch neuer Generalsekretär
Im Generalsekretariat gibt es entgegen den ursprünglichen Ankündigungen der Obfrau nur einen Nachfolger für Magda Bleckmann, die wegen ihrer Schwangerschaft aus dem Amt scheidet. Der eloquente Bauernchef Scheuch übernimmt diese Rolle, allerdings nur, wenn Stadler nicht zum Obfraustellvertreter gewählt wird.

Stadler sei zwar "von Haus aus ein intelligenter Bursche", allerdings habe der Volksanwalt mit seinen Aufforderungen in jüngster Zeit vielleicht etwas über das Ziel geschossen, so Scheuch. Er hoffe jetzt, dass sich Stadler konstruktiv einbringe. Dann werde er auch zu hundert Prozent Gehör finden. Sollte er aber destruktiv wirken, werde die Parteispitze hoffentlich entsprechende Schritte setzen. Doch nichts wurde es mit einem Generalsekretärsposten für den früheren Pressesprecher des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider, Karl-Heinz Petritz.

Stadler stellt Bedingungen
Das Rätselraten um Ewald Stadler nach dem Treffen des Parteivorstands ist beendet. Der kämpferische Volksanwalt wollte unter zwei Bedingungen nicht als Partei-Vize kandidieren: Erstens die Übernahme der Parteiakademie (schon im Gang), zweitens vor allem die Übernahme in den Bundesparteivorstand. Beide Punkte seien mit Haubner schriftlich vereinbart worden, so Stadler. Mit den beiden neuen Stellvertretern zeigte sich Stadler ebenfalls zufrieden. (apa/red)

2.7.2004 12:30