Freitag, 2. Juli 2004

Grüne bereit für Regierungsarbeit: Koalition mit Schwarz oder Rot möglich!

  • Van der Bellen: Wollen drittstärkste Kraft werden!
  • In Vorarlberg kämpfen Die Grünen um Klubstatus

Die Grünen wollen bei der nächsten bundesweiten Wahl die FPÖ überholen und drittstärkste politische Kraft in Österreich werden. Sollte sich die Gelegenheit und Notwendigkeit ergeben, seien die Grünen grundsätzlich auch zur Regierungsarbeit bereit, bekräftigte Bundessprecher Alexander Van der Bellen heute, Freitag, vor Journalisten in Bregenz.

Die Partei habe "Differenzen und Übereinstimmungen" sowohl mit der ÖVP als auch der SPÖ. Entschieden könne eine mögliche grüne Regierungsbeteiligung ohnehin erst nach der Nationalratswahl werden, betonte Van der Bellen: "Wir halten uns das offen." In dem Zusammenhang wies der Grüne Parteichef auf die guten Erfahrungen und das "gute Arbeitsklima" zwischen ÖVP und Grünen in Oberösterreich hin.

Landtagswahl in Vorarlberg
Sollte es sich nach der Landtagswahl (19.9.) auch in Vorarlberg ergeben, hätte er nichts gegen die Aufnahme von Regierungsverhandlungen mit Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V), meinte Van der Bellen. Gleichzeitig schränkte er gegenüber dem Landessprecher Johannes Rauch aber ein: "Ich gebe keine Empfehlung ab, das wird zu gegebener Zeit Sache der Freunde in Vorarlberg sein."

Im Vorarlberger Landtagswahlkampf will sich Van der Bellen persönlich engagieren. Auch andere Grüne Bundespolitiker werden im Ländle wahlkämpfen, kündigte Rauch an. Die Grünen erhoffen in Vorarlberg an die 20.000 Stimmen, mindestens zehn Prozent und mit vier Sitzen - wie beim erstmaligen Einzug 1984 - Klubstatus im Landtag.

Seit 1999 müssen Rauch und Katharina Wiesflecker (sie folgte der in den Nationalrat gewechselten Sabine Mandak nach, Anm.) als Zweierfraktion ohne Clubstatus arbeiten. Es gehe um jede Stimme, bekräftigte Rauch. Im Ländle dürfte es im Herbst noch nicht gelingen, die derzeit auf Platz zwei rangierenden Freiheitlichen zu überholen, äußerte sich Rauch vorsichtig zurückhaltend: "Da müssen wir noch viel arbeiten." (apa/red)

2.7.2004 11:40