Donnerstag, 1. Juli 2004

Ex-Justizminister Böhmdorfer gelassen: Am FPÖ-Parteitag gibt es keine Sensation!

  • Er vertraut auf die designierte FP-Obfrau Haubner
  • Nachfolgerin Miklautsch: "Sie hat es nicht leicht."

Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer gab seinen Abschiedheurigen und sprach über den kommenden Parteitag, Ursula Haubner, seine Nachfolgerin Miklautsch und über Fehler in der Vergangenheit.

Böhmdorfer glaubt nicht, dass es am FP-Parteitag in Linz zu dramatischen Szenen kommen wird. "Seien Sie nicht enttäuscht, wenn am Samstag keine Sensation eintritt", sagte Böhmdorfer bei seinem Abschiedsheurigen am Donnerstagabend vor Jouranlisten. Die designierte Parteiobfrau Ursula Haubner werde die Partei "in ruhigere Gewässer führen".

"Miklautsch hat es nicht leicht"
Für seine Nachfolgerin Karin Miklautsch legte Böhmdorfer ein gutes Wort ein. "Sie hat es, wie man heute merkt, nicht leicht", meinte Böhmdorfer, wohl mit Blick auf den "Boxenluder"-Sager Jörg Haiders. Seine Rückkehr in den Nationalrat verteidigte der frühere Minister: "Es tut mir leid für den Abgeordneten Wattaul, aber ich glaube es war die richtige Entscheidung."

Gründe für den Abgang
Seinen Abgang als Minister erklärte Böhmdorfer erneut damit, dass er die Regierungsbildung erleichtern wollte. Von drei Ministern seien zwei - Hubert Gorbach als Vizekanzler und Herbert Haupt als Parteiobmann und wegen der Pensions-Harmonisierung - unverzichtbar gewesen. Daher habe logischerweise er selbst den Generationenwechsel im FP-Regierungsteam ermöglichen müssen.

Beschwerde über Medien
Auch den Journalisten gab Böhmdorfer zum Abschied einiges mit auf den Weg: So hätte er sich mehr publizistische Unterstützung gegen den Entzug der Konsumentenschutz-Agenden gewünscht. Die "Presse" hatte damals einen namentlich nicht genannten Bankmanager mit den Worten zitiert: "Wenn Böhmdorfer wieder Konsumentenschutzminister wird, dann kann die ÖVP nichts mehr von uns haben, nicht einmal mehr einen Kalender." Dies sei öffentlich kaum transportiert worden, beklagt Böhmdorfer.

"Gekränkt" habe ihn auch die "Unerbittlichkeit", mit der ihm seine Reaktion auf einen Haider-Vorschlag im Mai 2000 vorgehalten worden sei, so Böhmdorfer. Haider hatte angesichts der EU-Sanktionen gefordert, Politiker mit Sanktionen bis hin zum Funktionsverlust zu belegen, wenn sie gegen die Interessen des Staates verstoßen. Böhmdorfer bezeichnete die Idee damals als "verfolgenswert". "Eine patscherte Äußerung von mir", wie Böhmdorfer einräumte. (apa/red)

1.7.2004 09:24