Mittwoch, 30. Juni 2004

TBC-Fall bei "Birdland"-Eröffnung: Klestil, Fischer und Co. müssen zum Lungenarzt

  • Besucherin der Eröffnung war mit Tuberkulose infiziert
  • Die Ansteckungsgefahr ist aber sehr gering

Für die Besucher der Eröffnung von Joe Zawinuls Jazz-Lokal "Birdland" gibt es eine unangenehme Überraschung. Wie der Klub Mittwoch mitteilte, war eine Besucherin der Veranstaltung am 25.5. mit Tuberkulose (TBC) infiziert. Die Gäste, unter ihnen Bundespräsident Klestil, sein Nachfolger Heinz Fischer und Wiens Bürgermeister Häupl, sollen jetzt das Gesundheitsamt oder einen Lungenfacharzt aufsuchen. Die Gefahr einer Ansteckung sei aber sehr gering, so Birdland-Sprecher Wolfgang Lamprecht.

Trotzdem wird all jenen, über deren Adressen man im Birdland nicht verfügt und die am 25. Mai abends den Club besucht haben, empfohlen, zwischen 19. Juli und 30. Juli 2004 das Gesundheitsamt (MA15) in 1090 Wien, Lazarettgasse 13b (Montag und Dienstag von 8.00 bis 15.00 Uhr, Mittwoch 8.00 bis 12.00 Uhr, Donnerstag 8.00 bis 12.00 Uhr sowie 13.00 bis 18.00 Uhr) oder einen Lungenfacharzt aufzusuchen.

An der Eröffnung hatten zahlreiche Prominente wie Bundespräsident Thomas Klestil, sein designierter Nachfolger Heinz Fischer oder Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S) teilgenommen. Diese seien bereits informiert worden, so Lamprecht.

Der TBC-Fall sei schon zwei Tage nach der Eröffnung bekannt geworden, es handle sich um keinen der Promi-Gäste. Ein Informationsschreiben gehe wegen der sechs- bis achtwöchigen Inkubationszeit erst jetzt an alle geladenen Gäste. Und weil man nicht über die Adressen aller damals anwesenden verfüge, habe man zusätzlich zum Mittel der Aussendung gegriffen, erklärte der Pressesprecher.

TBC sei keineswegs so ansteckend wie etwa die Grippe, betonte die Medizinerin. Außerdem gebe es bei der Tuberkulose einen Unterschied zwischen Angestecktsein und Kranksein: Mehr als zehn Prozent der Bevölkerung tragen laut Schmidgruber den Krankheitserreger in sich, sind dabei aber völlig gesund und geben die Krankheit auch nicht weiter. Nur bei fünf Prozent von ihnen besteht die lebenslange Wahrscheinlichkeit, an Tuberkulose zu erkranken. (apa/red)

30.6.2004 18:32