Dienstag, 29. Juni 2004

Endlich Entscheidung im Linzer Musik- theater-Streit: Bau an Blumau beschlossen

  • Unter sieben Standorten einstimmig gewählt
  • Geschätzte 111 Mio. Euro Errichtungskosten

Die Kommission hatte die Wahl unter insgesamt sieben Standorten: Das ursprünglich vorgesehene Theater am Schlossberg, der bisherige Standort an der Promenade, das Gelände beim Urfahraner Jahrmarkt, der Park zwischen Linzer Kunstmuseum Lentos und Brucknerhaus, der Volksgarten, der Hessenplatz und das Gelände des Unfallkrankenhauses, das letztlich einstimmig gutgeheißen wurde.

Die Mitglieder der Kommission betonten in einer Pressekonferenz im Anschluss an die Entscheidung die Vorteile aus dem Kompromiss: Das geplante Baugelände wäre bald verfügbar - ab 2006, wenn das Unfallkrankenhaus in seinen Neubau übersiedelt, der derzeit errichtet wird. Weiters wäre eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel gegeben durch die Nähe zum Hauptbahnhof und die am Gelände vorbeifahrende Straßenbahn.

Außerdem würde das Bahnhofsviertel soeben neu gestaltet durch den Bau der Nahverkehrsdrehscheibe und das Landesdienstleistungszentrum, weiters durch einen geplanten Neubau eines "Wissensturms", der Stadtbibliothek und Volkshochschule aufnehmen soll, und den geplanten Neubau der Zentrale der Energie AG. Das Areal und die Lage würde auch eine Gestaltung als städtebaulichen Akzent ermöglichen.

Geschätzte 111 Mio. Euro Errichtungskosten
Landeshauptmann Josef Pühringer berichtete, der Standort sei mit sechs zu null Stimmen beschlossen worden, mit der Auflage, dass die geschätzten Errichtungskosten von 111 Mio. Euro akzeptiert würden, das Programm der Begleitmaßnahmen mit Kosten von 28 Mio. Euro für Verkehrslösung, Grünland- und Umfeldgestaltung und Tiefgarage jedoch zu überarbeiten sei, weil es als zu kostenintensiv eingeschätzt werde.

Der nunmehr gefundene Kompromiss soll am 12. Juli der Landesregierung zur Beschlussfassung empfohlen werden. Es sollen Gespräche mit den Grundeigentümern eingeleitet werden, Vorbereitungen für einen internationalen Architektenwettbewerb und die Finanzierungsmöglichkeiten geprüft werden. Für Pühringer ist auch ein Public Private Partnership (PPP)-Modell denkbar. Der Bau könnte Ende 2009 fertig gestellt werden. Das ist jenes Jahr, für das sich die Stadt Linz als "Europäische Kulturhauptstadt" bewerben will.
(apa)

29.6.2004 10:23