Ringen um Vize-Chef in der FPÖ: Haubner möchte sich nicht an "Spielchen" beteiligen
- FPÖ-Obfrau bezieht keine Stellung zu Stadler-Kandidatur
- Haider: Parteifunktion und Volksanwalt unvereinbar!
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Ist Jörg Haider der heimliche Chef der FPÖ?
Volksanwalt Ewald Stadler will am Samstag am Sonderparteitag der FPÖ für das Amt des "Stellvertretenden Bundesparteiobmanns" kandidieren. Stadler hat am Dienstag seine Kandidatur nochmals bekräftigt. Die designierte FPÖ-Obfrau Ursula Haubner möchte sich jedoch noch nicht festlegen, welche Personen sie sich als Vizeparteichefs wünscht. Der Frage, ob sie sich Stadler vorstellen könne, wich Haubner am Dienstag im Gespräch mit der APA aus: An derartigen "Spielchen" beteilige sie sich nicht. Sie werde am Freitag dem Parteivorstand ihre Vorstellungen präsentieren.
Auch in der Frage der Neubesetzung des FPÖ-Generalsekretariats werde sie ihre Entscheidung erst am Freitag bekannt geben, vertröstete Haubner. Allgemein wird erwartet, dass der Kärntner Abgeordnete Uwe Scheuch und der langjährige Pressesprecher von Landeshauptmann Jörg Haider, Karl-Heinz Petritz, die Nachfolge der schwangeren Magda Bleckmann antreten werden. Ob es denkbar sei, dass es die zwei Genannten nicht werden? Haubner: "Es sind beide gute Herren, die ich immer in meine Überlegungen einbeziehe".
Für parteiinterne Kritik an den jüngsten Personalentscheidungen in der Regierung zeigte Haubner gegenüber der APA kein Verständnis. Wiens Parteichef Heinz-Christian Strache hatte etwa gemeint: "Das kann es noch nicht gewesen sein". Haubner dazu: Sie habe bei der Vorstellung der neuen Regierungsmitglieder klargestellt, dass damit die "Weichen für die nächsten zwei Jahre gestellt wurden".
Stadler: "Werde von vielen gedrängt, mich stärker zu engagieren"
Stadler erklärte, er habe am vergangenen Freitag in einem ausführlichen Gespräch Ursula Haubner seine Motive dargelegt und die Kandidatur angekündigt. Er habe angeboten, auf Haubners Vorschlagsliste für die Stellvertreter aufzuscheinen. Falls dies nicht der Fall sein sollte, werde er selbstständig kandidieren. Laut Stadler habe Haubner zugesagt, den Vorschlag mit den Landesparteiobmännern zu besprechen. Eine fixe Zu- oder Absage habe es nicht gegeben.
Stadler ist optimistisch, beim Parteitag in Linz ausreichend unterstützt zu werden. "Seit Monaten werde ich von vielen Leuten in der Partei gedrängt, mich wieder stärker zu engagieren", so Stadler. "Es geht mir um die Partei. Wenn ich es mir gemütlich machen wollte, könnte ich mich in der Volksanwaltschaft zurücklehnen. Die Situation der FPÖ ist aber so ernst, dass sich niemand aus der Verantwortung stehlen darf."
Durch seine Kandidatur sieht Stadler keine Spaltungsgefahr. "Mir geht es um die Erhaltung der Partei um jeden Preis", so Stadler. Im Fall seiner Wahl in das freiheitliche Führungsteam will er Volksanwalt bleiben. Vom Gesetz her gebe es keine Unvereinbarkeit zwischen Amt und Parteifunktion. "Parteipolitik spielt bei meiner Amtsführung keine Rolle", so Stadler. Er war übrigens am Beginn seiner Amtszeit als Volksanwalt auch stellvertretender Landesobmann von Niederösterreich. (apa/red)
