Haider-Kritik: Berichterstattung über Neo-Ministerin Miklautsch sei ein "Skandal"
- Haider über Miklautsch: Eine Frau im Justizressort sei "zweifelsohne ein interessanter Aspekt"
Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider springt für die neue Justizminsterin in die Presche. Vor allem an der medialen Berichterstattung über Karin Miklautsch (F)hat Haider einiges Auszusetzen: "Da wird eine Frau, die man gar nicht kennt, einfach abqualifiziert", sagte er am Montag am Rande eines Pressegesprächs in Klagenfurt. Dies sei ein "Skandal".
Besonders empört zeigte sich der Landeshauptmann über die Aussagen von Anneliese Rohrer ("Die Presse") in der sonntägigen TV-Diskussion "Offen gesagt". Er sprach von einem "penetranten Hassgefühl einer Frau gegenüber einer Frau ". Rohrer habe "ihren ganzen Frust gegenüber einer Kollegin" zum Ausdruck gebracht und dabei "menschenverachtende Argumente" verwendet. Dabei sei es ein "zweifelsohne interessanter Aspekt" nach dem Ausscheiden des erfolgreichen Ministers Dieter Böhmdorfer (F) erstmals eine Frau an der Spitze des Justizressorts zu haben, betonte Haider.
Rücktritt von Haupt nicht in Sicht
Ob mit der am Freitag erfolgten Umbildung das FPÖ-Regierungsteam bis 2006 im Amt bleiben werde, habe er nicht zu beurteilen, sagte der Landeshauptmann. "Ich bin weder in der Bundesregierung noch repräsentiere ich die Parteinspitze", fügte er hinzu. Was Sozialminister Herbert Haupt (F) betrifft, wolle dieser die Pensionsharmonisierung zu Stande bringen. "Daher stellt sich eine Debatte um ihn nicht", erklärte Haider.
Haider: Keine Wünsche für Bleckmann-Nachfolge
Zur Aussage der designierten FPÖ-Chefin Ursula Haubner, sie wäre beim Parteitag mit einer Zustimmung von 51 Prozent bereits zufrieden, meinte ihr Bruder: "50 Prozent plus eine Stimme ist eine Mehrheit. Ob das auch zufrieden stellend ist, ist eine andere Frage. Aber ich persönlich gehe von einem weitaus besseren Ergebnis aus." Wer Magda Bleckmann im Generalsekretariat folgen wird, entscheide die Parteichefin. "Ich habe keine diesbezüglichen Wünsche", sagte der Landeshauptmann. Aber er würde sich freuen, wenn sich Haubner für jemanden aus Kärnten entscheiden würde.
Sieht keine "Packelei" im Fall Moser
Die Bestellung seines ehemaligen Büroleiters Josef Moser zum Präsidenten des Rechnungshofes ist für Haider "keine Packelei". Moser sei vielmehr als Bester aus dem Hearing hervorgegangen.(apa/red)
