53,5 Prozent der Stimmen: Boris Tadic ist neuer Präsident in Serbien
- Stichwahl-Sieg gegen Nationalist Tomislav Nikolic
Der neue Präsident Serbiens heißt Boris Tadic (46). Der Vorsitzende der Demokratischen Partei (DS) erhielt bei der Stichwahl am Sonntag 53,5 Prozent der Stimmen, teilte das Zentrum für Freie Wahlen und Demokratie (CESID) mit. Sein Kontrahent, der Nationalist Tomislav Nikolic von der Serbischen Radikalen Partei (SRS), kam demnach auf 45,1 Prozent.
1,4 Prozent der abgegebenen Stimmen seien ungültig. Die Wahlbeteiligung sei mit 48,5 Prozent weit höher als erwartet ausgefallen, teilte das CESID mit, das für seine äußerst präzisen Hochrechnungen bekannt ist.
Tadic setzt sich für umfangreiche Reformen und die Annäherung Serbiens an die EU und die NATO ein. Er erhielt am Sonntag 1.690.000 Stimmen. Im ersten Wahlgang kam er noch auf nur 840.000. Der Ultranationalist Nikolic erhielt laut CESID 1.430.000 Stimmen. Nach Slobodan Milosevic und Milan Milutinovic ist Tadic der dritte Präsident Serbiens. Seine beide Vorgänger befinden sich derzeit im Gefängnis des UNO-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag, wo ihnen der Prozess wegen Kriegsverbrechen gemacht wird.
Die DS teilte mit, dass auch die parteiinternen Hochrechnungen auf den Sieg von Tadic, der im Februar dieses Jahres zum DS-Parteichef nach der vorjährigen Ermordung von Premier Zoran Djindjic gewählt wurde, hinweisen. Seitens der SRS gab es noch keine Reaktion.
Die internationale Gemeinschaft hatte im Vorfeld der Wahl vor einem Sieg Nikolic' gewarnt. Dies könnte das Land erneut in die Isolation führen, hieß es. (apa)
