Kein militärischer Eingriff im Irak: NATO bietet nur Ausbildung der Armee an
- Volle Unterstützung für den Wiederaufbau zugesichert
- Strenge Sicherheitsvorkehrungen in der Türkei
·Ankara: Bush für EU-Beitritt der Türkei
20.000 demonstrieren gegen US-Präsidenten
·Türkei in höchster Alarmbereitschaft
Vor NATO-Gipfel: Erneut Bombenexplosionen!
·NATO-Gipfel in Istanbul beginnt
Irak und Afghanistan im Mittelpunkt der Debatte
·Vor Bush-Besuch:
Bombenanschläge!
Explosionen in Ankara und Istanbul: Tote und Verletzte
Kurz vor der Machtübergabe im Irak bietet die NATO dem von Gewalt und Chaos erschütterten Land Hilfe beim Wiederaufbau seiner Armee an. Die Staats- und Regierungschefs der Allianz werden das an diesem Montag bei ihrem Gipfeltreffen in Istanbul beschließen. Bereits am Samstag hatten sich die NATO-Botschafter darauf verständigt, allerdings noch umstrittene Einzelheiten zunächst ausgeklammert.
Ein militärisches Eingreifen im Irak steht für das Bündnis weiterhin nicht zur Debatte, obwohl US-Präsident Bush die Partner drängt, dort eine sichtbare Rolle zu übernehmen. Die Europäische Union sicherte der irakischen Übergangsregierung auf dem EU-USA- Gipfel am Samstag in Irland ihre volle Unterstützung beim Wiederaufbau des Landes zu.
Der deutsche Bundeskanzler Schröder sagte vor dem Abflug in Berlin, irakische Militärangehörige könnten in Deutschland ausgebildet werden. "Es wird keine deutschen Soldaten im Irak geben", bekräftigte Schröder. "Das bleibt auch in Istanbul unsere Linie." Auch Frankreich will keine Soldaten entsenden.
Die US-Regierung äußerte für die deutsche Position Verständnis. "Wir wollen die Deutschen zu nichts zwingen, was sie nicht wollen", sagte ein hoher Beamter. Es gebe Aufgaben wie die Offiziersausbildung, die auch außerhalb des Iraks möglich sei.
Aus Furcht vor Terroranschlägen bot die türkische Regierung - neben Einheiten der Streitkräfte - 25.000 Polizisten auf. Mehr als 50.000 Menschen protestierten in Istanbul friedlich gegen den Bush- Besuch und den NATO-Gipfel. Auch beim Bush-Besuch in Irland gab es friedliche Proteste. Zu Ausschreitungen kam es nur am Samstag bei Demonstrationen in Ankara kurz vor der Ankunft von Bush. Mehrere Polizisten wurden dabei verletzt. Die Polizei setzte Tränengas ein.
